Dokument: Die Genese des europäischen Mehrebenensystems: Die deutschen Länder und die Europäische Integration (1950-1992) am Beispiel der Kohle- und Stahlpolitik

Titel:Die Genese des europäischen Mehrebenensystems: Die deutschen Länder und die Europäische Integration (1950-1992) am Beispiel der Kohle- und Stahlpolitik
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20261008-121217-8
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Baumgarten, Marc Bastian [Autor]
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Dateien vom 06.10.2026 / geändert 06.10.2026
Beitragende:Prof. Dr. Thiemeyer, Guido [Gutachter]
Prof. Dr. Schulte Beerbühl, Margrit [Gutachter]
Stichwörter:Föderalismus, Europäische Integration, Mehrebenensystem, Kohle- und Stahlpolitik, Montanpolitik, EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl), Montanunion
Dewey Dezimal-Klassifikation:300 Sozialwissenschaften, Soziologie » 320 Politik
Beschreibung:Mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) wurde 1951 die erste supranationale Organisation im Europa nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Ihre politische Zuständigkeit und wirtschaftliche Regelungskompetenz umfasste mit der Kohle- und Stahlproduktion einen der damals wichtigsten Wirtschaftsbereiche. Zugleich prägten die Maßnahmen der EGKS maßgeblich den wirtschaftlichen Wiederaufstieg Westdeutschlands in den 1950er Jahren. Aufgrund ihrer politischen Verfasstheit als Föderalstaat nahm die Bundesrepublik Deutschland bis Mitte der 1990er Jahre unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft (EG), der Vorläuferin der heutigen Europäischen Union (EU), eine Sonderstellung ein.

Die vorliegende Arbeit, die im Rahmen des DFG-Projekts „Die Genese des europäischen Mehrebenensystems: Die deutschen Länder und die Europäische Integration (1950-1992)“ entstanden ist, geht der Frage nach, in welchem Maße die europäische Integration die föderale Ordnung der Bundesrepublik im Untersuchungszeitraum veränderte. Am Beispiel der Kohle- und Stahlpolitik analysiert die Arbeit den Bund-Länder-Konflikt um die Beteiligung der Länder an der deutschen Europapolitik sowie die Einbindung der Länder in den europäischen Integrationsprozess und ihr Einwachsen in die Strukturen eines europäischen Mehrebenensystems.

Der Untersuchungszeitraum reicht von 1950, dem Beginn der Verhandlungen über den „Schuman-Plan“, bis 1992, dem Jahr des „Vertrags von Maastricht“ und der Neufassung des Artikels 23 des Grundgesetzes (GG). Mit dieser Grundgesetzänderung wurde die Mitwirkung der deutschen Länder an der Europapolitik der Bundesrepublik erstmals ausdrücklich in der Verfassung verankert. Parallel zur politischen Entwicklung werden die wirtschaftlichen Veränderungen in der Montanindustrie von der „Boomphase“ in den 1950er Jahren über die in den 1970er Jahren einsetzende Krise bis zu den ergriffenen Maßnahmen zur Bewältigung des Strukturwandels in den 1980er und 1990er Jahren beleuchtet.

Die Arbeit untersucht, wie die Bundesländer auf die von der Bundesregierung betriebene Übertragung von Hoheitsrechten auf die europäische Ebene (Art. 24 Abs. 1 GG) reagierten und inwieweit sich die Handlungsspielräume der Bundesländer dadurch erweiterten oder verengten. In diesem Zusammenhang werden institutionelle und organisatorische Veränderungen innerhalb der Landesverwaltungen und Landesregierungen sowie die Rolle der Montanunternehmen und deren Interessenvertretungen als Akteure zwischen der nationalen und der europäischen Ebene analysiert. Als Quellengrundlage dienen primär die Akten der Landesregierungen und Wirtschaftsministerien aus den Landes- und Staatsarchiven Nordrhein-Westfalens, Bayerns, Hamburgs und des Saarlandes sowie die Protokolle des Deutschen Bundesrates.

Die Ergebnisse ermöglichen Rückschlüsse darauf, wie sich der deutsche Föderalismus in der Kohle- und Stahlpolitik unter dem Einfluss der europäischen Integration veränderte und inwieweit diese Veränderungen bis in die Gegenwart fortwirken.
Quelle:Archivquellen, primär aus dem Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland (Duisburg), dem Staatsarchiv der Hansestadt Hamburg (Hamburg), dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv (München), dem Saarländischen Landesarchiv (Saarbrücken), dem Archiv des Deutschen Bundesrates (Berlin), Commerzbibliothek der Handelskammer Hamburg und dem Archiv der Christlich Sozialen Politik der Hanns-Seidel-Stiftung (München)
Lizenz:Creative Commons Lizenzvertrag
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Bezüge:Bundesrepublik Deutschland

Deutsche Bundesländer: Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hamburg, Saarland

1950-1992
Fachbereich / Einrichtung:Philosophische Fakultät » Historisches Seminar » Lehrstuhl für Neuere Geschichte (II)
Dokument erstellt am:08.10.2026
Dateien geändert am:08.10.2026
Promotionsantrag am:19.02.2026
Datum der Promotion:17.06.2026
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