Dokument: Quantitative Sensorische Testung bei Patienten mit Hepatischer Enzephalopathie

Titel:Quantitative Sensorische Testung bei Patienten mit Hepatischer Enzephalopathie
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20160210-103540-8
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Brenner, Meike [Autor]
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Dateien vom 10.02.2016 / geändert 10.02.2016
Beitragende:Prof. Dr. Schnitzler, Alfons [Gutachter]
Priv.-Doz. Dr. Graf,Dirk [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Bei Hepatischer Enzephalopathie (HE) als Komplikation der Leberzirrhose fehlten bislang systematische Untersuchungen zur Somatosensorik. Ziel dieser Arbeit war es, eventuelle Veränderungen der somatosensorischen Wahrnehmung bei Patienten sowohl mit subklinischer als auch mit manifester HE erstmalig auf der Verhaltensebene zu quantifizieren.
42 Patienten mit einer Leberzirrhose und einer HE der Grade null bis zwei sowie 12 altersgleiche, gesunde Kontrollprobanden wurden getestet. Der Graduierung der HE dienten die West-Haven-Kriterien und die Kritische Flimmerfrequenz (CFF) sowie eine Neuropsychometrie mittels Wiener Testsystem. Die sensible Testung erfolgte durch die standardisierte Quantitative Sensorische Testung (QST) nach dem Protokoll des Deutschen Forschungsverbundes Neuropathischer Schmerzen. Bei einer Subgruppe der Probanden (n = 31) wurde zusätzlich eine Schmerzschwelle durch Laserreize bestimmt. Eine sensible Neuropathie der großen Nervenfasern wurde klinisch und neurographisch ausgeschlossen.
Es ergaben sich unveränderte Schmerz- und mechanische Schwellen bei HE-Patienten. Im Gruppenvergleich differenzierte sich die HE2-Gruppe von der HE0-, mHE- und der Kontrollgruppe bezüglich der Kältedetektionsschwelle (CDT; rechts: p < 0,01; links: p = 0,01), der Thermischen Unterschiedsschwelle (TSL; beidseits p < 0,01) und der Laserschmerzschwelle (LPT, hier Patienten mit manifester HE; beidseits p < 0,01). Zusätzlich unterschieden sich die HE1- und HE2-Gruppen signifikant bezüglich der TSL. Diese Veränderungen korrelierten mit der CFF (CDT: rechts: R = 0,53, p < 0,01; links: R = 0,41, p < 0,01; TSL: rechts: R = -0,58, p < 0,01; links: R = -0,50, p < 0,01; LPT: links: R = -0,55, p < 0,04; rechts: R = -0,40, p = 0,09 n.s.). Eine partielle Korrelation zur Korrektur der Korrelationen zwischen der CFF und der TSL beziehungsweise der CDT um ein Aufmerksamkeitsdefizit mittels neuropsychometrischen Testresultaten hob die Effekte auf.
Die Resultate der vorliegenden Arbeit demonstrieren eine Beeinträchtigung der Temperaturwahrnehmung bei HE-Patienten, wobei das Ausmaß dieser Störung mit der HE-Schwere zusammenhängt. Die Aufhebung der signifikanten Korrelationen durch eine Korrektur um Aufmerksamkeitsdefizite sowie eine verminderte Wahrnehmung sehr kurzer Schmerzreize (LPT) bei unveränderten übrigen Schmerzschwellen, weisen auf den bedeutsamen Einfluss eines Aufmerksamkeitsdefizits und somit kognitiver Prozesse auf die sensible Wahrnehmung bei HE hin und legen ein zentrale Störung nahe. Dennoch kann der Einfluss einer Neuropathie der Aδ- und C-Fasern bei einer Leberzirrhose, die mittels einer Neurographie nicht untersucht werden kann, nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Zukünftige Studien werden die Zuordnung der Befunde zu einem funktionellen oder anatomischen System untersuchen.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät » Institute » Institut für Medizinische Psychologie
Dokument erstellt am:10.02.2016
Dateien geändert am:10.02.2016
Promotionsantrag am:18.06.2014
Datum der Promotion:15.12.2015
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