Dokument: Schmerzinduzierte Fazilitierung des somatosensorischen Kortex

Titel:Schmerzinduzierte Fazilitierung des somatosensorischen Kortex
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20081217-121952-4
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Platzen, Jens [Autor]
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Dateien vom 17.12.2008 / geändert 17.12.2008
Beitragende:Prof. Dr. Schnitzler, Alfons [Betreuer/Doktorvater]
Prof. Dr. med. Vesper, Jan [Gutachter]
Stichwörter:Magnetenzephalographie, laser, taktile Stimuli, Reaktionszeiten, Interstimulus-Intervall
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen:Aufmerksamkeit beeinflußt Schmerz und Schmerz zieht unwillkürlich Aufmerksamkeit auf sich. Als ein mögliches physiologisches Korrelat unwillkürlicher schmerzinduzierter Aufmerksamkeit wurde eine schmerzinduzierte Fazilitierung taktiler Verarbeitung gezeigt. In der vorliegenden Arbeit wird dieses Phänomen auf physiologischer und Verhaltensebene näher charakterisiert.
Bei 15 Probanden wurde der Zeitverlauf schmerzinduzierter Fazilitierung taktiler Verarbeitung untersucht. Hierzu wurde ein Konditionierungs-Test-Stimulus-Paradigma verwendet. Konditionierende Reize (CS) waren schmerzhafte kutane Laserreize. Testreize (TS) waren nicht-schmerzhafte elektrische Reize. Beide Reize wurden an die rechte Hand appliziert. Das Interstimulusintervall wurde zwischen 0.5, 1, 2 und 4 s variiert. Die kortikalen Antworten auf den TS wurden magnetenzephalographisch registriert und lokalisiert. Es wurden die Effekte des schmerzhaften CS auf die Verarbeitung des nachfolgenden TS analysiert und mit den Effekten eines nicht-schmerzhaften CS verglichen. Bei 15 weiteren Probanden wurden die Verhaltenskorrelate schmerzinduzierter Fazilitierung taktiler Verarbeitung untersucht. Hierzu wurde der Effekt eines schmerzhaften CS auf Reaktionszeiten zu einem zwischen 0.5 und 1 s später applizierten TS untersucht. Der Effekt des schmerzhaften CS auf die Reaktionszeiten wurde mit dem Effekt eines nicht-schmerzhaften taktilen und eines akustischen CS verglichen.
Kortikale Antworten auf den taktilen TS ließen sich durch ein 4-Dipol-Modell mit zwei Quellen im Bereich des kontralateralen primären somatosensorischen Kortex sowie je einer Quelle im Bereich der sekundären somatosensorischen Kortizes beider Seiten erklären. Die Zeitverläufe der Quellen zeigen, daß die schmerzinduzierte Fazilitierung taktiler Verarbeitung bis zu einem Intervall von 4 sec zwischen CS und TS anhält. Auf Verhaltensebene findet sich eine schmerzinduzierte Verkürzung der Reaktionszeiten auf den TS. Taktile und akustische CS führen ebenfalls zu einer Verkürzung der Reaktionszeiten.
Die schmerzinduzierte Fazilitierung taktiler Verarbeitung stellt ein über mehrere Sekunden anhaltendes, mit einem Verhaltensvorteil einhergehendes Phänomen dar. Dieses Phänomen stellt möglicherweise ein physiologisches Korrelat schmerzinduzierter Aufmerksamkeitseffekte dar. Das beschriebene Paradigma könnte zur Charakterisierung pathologischer Aufmerksamkeitseffekte bei der Entstehung chronischen Schmerzes geeignet sein.

Sensory events cause changes in brain activity, which underlie the perception of and behavioural responses to sensory stimuli. Evoked cortical responses are an important measure of these stimulus-evoked changes in brain activity. However, evidence on the relationship between behavioural responses and evoked responses is inconsistent. Therefore, we used magnetoencephalography to reinvestigate the relationship between evoked responses from somatosensory cortices and behavioural responses to somatosensory stimuli. We characterized modulations of somatosensory-evoked responses exerted by preceding painful and tactile conditioning stimuli (CS), and related these modulations of evoked responses to modulations of reaction times. Our results show that painful CS yield a long-lasting (> 4 s) facilitation of evoked responses, whereas tactile CS result in a shorter lasting (1-2 s) suppression of evoked responses to tactile stimuli. These contrary physiological effects were both associated with a significant shortening of reaction times. These findings indicate that the conditioning effects of painful and tactile stimuli represent essentially different modulatory mechanisms. Moreover, our results show that amplitudes of evoked responses from somatosensory cortices do not determine reaction times to tactile stimuli.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:17.12.2008
Dateien geändert am:17.12.2008
Promotionsantrag am:28.04.2008
Datum der Promotion:25.11.2008
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