Dokument: Untersuchungen zu Plättchen-Leukozytenkomplexen bei einem ST-Hebungsinfarkt des Herzens

Titel:Untersuchungen zu Plättchen-Leukozytenkomplexen bei einem ST-Hebungsinfarkt des Herzens
Weiterer Titel:Investigation of platelet-leukocyte complexes in ST-Elevation myocardial infarction
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=74583
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20261020-122553-0
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Straub, Tamara [Autor]
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Dateien vom 28.09.2026 / geändert 28.09.2026
Beitragende:Prof. Dr. Flögel, Ulrich [Gutachter]
Prof. Dr. Gödecke, Axel [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:500 Naturwissenschaften und Mathematik » 570 Biowissenschaften; Biologie
Beschreibungen:Ziel dieser Arbeit war es, ein besseres Verständnis über das Zusammenspiel und die mögliche Rolle von Plättchen und Leukozyten bei einem akuten Myokardinfarkt (STEMI) zu erhalten.
Im ersten Teil dieser Arbeit wurden zunächst Plättchen-Monozytenkomplexe aus dem Vollblut isoliert und deren Bildung fluoreszenzmikroskopisch und elektronenmikroskopisch nachgewiesen. In der Elektronenmikroskopie konnte zudem gezeigt werden, dass es sich um vollständige Plättchen handelt, welche an die Monozyten gebunden sind. Zudem wurde untersucht welche Zellen nach einem STEMI besonders stark mit Plättchen assoziieren. Durchflusszytometrische Analysen haben ergeben, dass etwa 62,4 % der Monozyten unmittelbar nach Infarkt im Blut der STEMI-Patienten an Plättchen gebunden sind (29,7 % im Blut der KHK-Patienten). Diese Bindung konnte nicht durch ein besonders hohes Verhältnis von Plättchen zu Monozyten erklärt werden, sondern scheint vielmehr auf einer verstärkten Aktivierung der Monozyten und Plättchen zu basieren. Die verstärkte Bindung der beiden Zellpopulationen bleibt außerdem über einen Zeitraum von 6 Monaten nach einem Myokardinfarkt auf dem gleichen Niveau. Zudem führt die Bindung von Plättchen zu einer verstärkten Migration von Monozyten gesunder Probanden.
Um die Auswirkungen der Immunzellen und besonders der Plättchen-Monozytenkomplexe, sowie den Einfluss der Funktionsänderung auf den Verlauf nach einem Myokardinfarkt zu untersuchen, wurde zudem die Bildung von Monozyten-Plättchenkomplexen in Mäusen nach einem experimentell induzierten Myokardinfarkt durchgeführt. Es wurde eine zusätzliche Mausgruppe verwendet, welche mit einer High-fat-Diät über neun Wochen in einen prädiabetischen Zustand versetzt wurde. Patienten mit Diabetes, die einen Myokardinfarkt erleiden zeigen über die Zeit eine schlechtere Herzfunktion, bis hin zum Herzversagen. Die Tiere beider Gruppen hatten nach Infarkt vor allem erhöhte Anteile von Monozyten im Blut. Der Anteil der Plättchen-Monozytenkomplexe war an Tag 7 nach Infarkt bei beiden Mausgruppen erhöht. Bei den prädiabetischen Tieren war der Anstieg im Vergleich zum Anteil der Komplexe vor einer Myokardinduktion signifikant erhöht. Ein signifikanter Unterschied zwischen den Tiergruppen lag jedoch nicht vor. Eine Untersuchung des infarzierten Bereiches bei prädiabetischen Mäusen und Kontrolltieren mittels Magnetresonanztomographie (MRT) zeigte einen größeren durchblutungsfreien Bereich im Late-Gadolinium Enhancement bei prädiabetischen Tieren. Histologische Untersuchungen zeigten jedoch, dass 21 Tage nach einem Myokardinfarkt die Größe der Narbenbereiche beider Mausgruppen bei etwa 19 – 21 % des linken Ventrikels lag und nicht signifikant verschieden war. Interessanterweise war die Mortalitätsrate nach MI bei den nicht-diabetischen Kontrolltieren höher, was im Gegensatz zu Studien beim Menschen steht.
Im dritten Teil der Arbeit wurden die Immunzellen und Plättchen-Monozytenkomplexe von Diabetes-Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK), mit denen von STEMI-Diabetes-Patienten verglichen. Die Proben der STEMI-Diabetes-Patienten zeigten zwar einen höheren Anteil von Plättchen-gebundenen Monozyten als die KHK-Diabetes-Proben, jedoch ist der Anteil und auch die absolute Zellzahl deutlich geringer als bei den STEMI-Proben.
Die direkte Bindung von Plättchen und Monozyten konnte durch die Elektoronenmikroskopie nachgewiesen werden. Diese sind zudem bei STEMI-Patienten deutlich im Blut erhöht und durchlaufen eine Funktionsänderung, wie gesteigerte Migration, PSGL-1 Expression und Antigenpräsentation (MHC-I). Die in der Literatur beschriebene erhöhte Mortalität bei Diabetes Patienten nach einem Myokardinfarkt konnte im Tiermodell nicht nachgewiesen werden. Zudem war die Immunzellzahl sowie der Anteil der Plättchen-Monozytenkomplexe bei STEMI-Diabetes-Patienten deutlich niedriger als bei STEMI-Patienten.

The aim of this study was to gain a better understanding of the interaction and possible role of platelets and leukocytes in acute myocardial infarction (STEMI).
In the first part of this study, platelet-monocyte complexes were isolated from whole blood and their formation was demonstrated by fluorescence microscopy and electron microscopy. Electron microscopy also showed that whole platelets are bound to the monocytes. In addition, it was investigated in which cells are particularly associated with platelets after a STEMI. Flow cytometric analyses showed that around 62.4% of monocytes are bound to platelets in the blood of STEMI patients immediately after infarction (29.7% in the blood of CHD patients). This enhanced binding could not be explained by a high ratio of platelets to monocytes, but rather due to an increased activation of monocytes and platelets. The increased binding of the two cell populations also remains at the same level for 6 months after a myocardial infarction. Furthermore, platelet binding leads to increased migration of monocytes of healthy volunteers.
In order to investigate the effects of immune cells and in particular platelet-monocyte complexes, as well as the influence of functional changes on the progression of myocardial infarction, the formation of monocyte-platelet complexes was also studied in mice after experimentally induced myocardial infarction. An additional group of mice was used, which was placed in a prediabetic state by feeding a high-fat diet for nine weeks. Patients with diabetes who suffer from myocardial infarction show poorer heart function over time, even leading to heart failure. The animals in both groups had increased levels of monocytes in their blood after infarction. The proportion of platelet-monocyte complexes was increased in both mouse groups on day 7 after infarction. In the prediabetic animals, the increase was significantly higher compared to the proportion of complexes before the inducion of myocardial infarction. However, there was no significant difference between the animal groups. An examination of the infarcted area in prediabetic mice and control animals using magnetic resonance imaging (MRI) showed a larger area without blood flow in late gadolinium enhancement in prediabetic animals. However, histological examinations showed that 21 days after myocardial infarction, the size of the scar areas in both mouse groups was approximately 19–21% of the left ventricle and did not significantly differ between the groups. Interestingly, the mortality rate after MI was higher in the non-diabetic control animals, which is in contrast to studies in humans.
In the third part of the study, the immune cells and platelet-monocyte complexes of diabetes patients with stable coronary heart disease (CHD) were compared with those of STEMI diabetes patients. Although the samples from STEMI diabetes patients showed a higher proportion of platelet-bound monocytes than the CHD diabetes samples, the proportion and absolute cell count were significantly lower than in the STEMI samples.
The direct binding of platelets and monocytes was demonstrated by electron microscopy. These are also significantly elevated in the blood of STEMI patients and undergo functional changes such as increased migration, PSGL-1 expression, and antigen presentation (MHC-I). The increased mortality in diabetic patients after myocardial infarction described in the literature could not be demonstrated in the animal model. In addition, the number of immune cells and the proportion of platelet-monocyte complexes were significantly lower in STEMI-diabetes patients than in STEMI patients.
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Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Fachbereich / Einrichtung:Mathematisch- Naturwissenschaftliche Fakultät » WE Biologie
Dokument erstellt am:20.10.2026
Dateien geändert am:20.10.2026
Promotionsantrag am:04.02.2026
Datum der Promotion:29.06.2026
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