Dokument: Implementierung von Entrustable Professional Activities in der Weiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin
| Titel: | Implementierung von Entrustable Professional Activities in der Weiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin | |||||||
| Weiterer Titel: | Implementation of Entrustable Professional Activities in Pediatric Residency | |||||||
| URL für Lesezeichen: | https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=74530 | |||||||
| URN (NBN): | urn:nbn:de:hbz:061-20260928-095249-9 | |||||||
| Kollektion: | Dissertationen | |||||||
| Sprache: | Deutsch | |||||||
| Dokumententyp: | Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation | |||||||
| Medientyp: | Text | |||||||
| Autor: | Moschinski-van Treel, Lena [Autor] | |||||||
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| Beitragende: | Prof. Dr. med. Bosse, Hans Martin [Betreuer/Doktorvater] Prof. Dr. med. Wilm, Stefan [Gutachter] | |||||||
| Dewey Dezimal-Klassifikation: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit | |||||||
| Beschreibungen: | Seit ihrer Einführung durch Olle ten Cate im Jahr 2005 gelten Entrustable Professional Activities (EPAs) als ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung der ärztlichen Weiterbildung von zeitbasierten hin zu kompetenzbasierten Konzepten.
Durch EPAs werden abstrakte Kompetenzen in konkrete klinische Tätigkeiten übersetzt und Entscheidungen über Anvertraubarkeit strukturiert und objektiviert. Die vorliegende Dissertation beinhaltet zwei Publikationen. Zunächst wurde ein systematisches Review erstellt mit dem Ziel, den aktuellen Stand der Forschung zur Nutzung von EPAs in der pädiatrischen Weiterbildung darzustellen und Forschungslücken zu identifizieren. Hierbei zeigte sich, dass Studien zum Entwicklungsprozess von EPAs insbesondere aus dem englischsprachigen Raum überwiegen und es vergleichsweise wenig Literatur über den Implementierungsprozess, die Akzeptanz und die Durchführbarkeit der EPAs gibt. Insbesondere in Deutschland liegen hiermit bislang nur wenige praktische Erfahrungen vor. Bei der anschließenden zweiten Publikation handelt es sich um eine qualitative Studie, in welcher die Gründe für das Scheitern der Einführung von EPAs in der pädiatrischen Weiterbildung an einem deutschen Universitätsklinikum systematisch untersucht und förderliche sowie hinderliche Faktoren für die EPA-Implementierung identifiziert werden. Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 6 Fokusgruppeninterviews mit Weiterbildungsassistent:innen und Supervisor:innen durchgeführt. Die Fokusgruppeninterviews wurden aufgezeichnet, wörtlich transkribiert und anonymisiert. Die Auswertung der Daten erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Das Konzept der EPAs wurde von den Teilnehmenden grundsätzlich als sinnvoll, praxisnah und zukunftsweisend bewertet, dennoch gelang es nicht, EPAs in den klinischen Alltag zu integrieren. Als externe Barrieren wurden insbesondere Zeitmangel, fehlende institutionelle Unterstützung, unzureichende strukturelle Verankerung sowie mangelnde Verbindlichkeit identifiziert. Interne Barrieren betrafen ein unvollständiges Verständnis des Konzepts, Skepsis gegenüber strukturellen Veränderungen sowie eine diffuse Verantwortungsverteilung zwischen Supervisor:innen und Weiterbildungsassistent:innen. Als potenziell förderliche Faktoren wurden ein höheres Maß an Struktur, stärkere institutionelle Strukturen und Verpflichtungen sowie klare Verantwortlichkeiten benannt. Es zeigt sich zusammenfassend, dass EPAs auch im deutschen Kontext auf breite Akzeptanz stoßen, ihre Implementierung jedoch nur dann gelingen kann, wenn sowohl strukturelle Voraussetzungen geschaffen als auch kulturelle Widerstände adressiert werden. Im internationalen Vergleich wird sichtbar, dass die dort berichteten positiven Erfahrungen teils auf Rahmenbedingungen beruhen, die im deutschen Weiterbildungssystem bislang fehlen. Die Analyse des Scheiterns eröffnet damit einen wichtigen Blick auf die spezifischen Herausforderungen, die in der deutschen Weiterbildungsrealität überwunden werden müssen. Die gewonnenen Erkenntnisse bieten wertvolle Orientierung für Kliniken und Weiterbildungsverantwortliche, die kompetenzbasierte Curricula einführen möchten und leisten einen Beitrag zur Weiterentwicklung der ärztlichen Ausbildung mit dem Ziel, langfristig die Ausbildungsqualität sowie die Patientensicherheit zu verbessern.Since their introduction by Olle ten Cate in 2005, Entrustable Professional Activities (EPAs) have been considered an important part of the development of medical education from time-based to competency-based concepts. EPAs translate abstract competencies into concrete clinical activities and structure and objectify decisions about entrustability. The present work is founded upon two publications. Firstly, a systematic review was conducted for the purpose of presenting the current state of research on the use of EPAs in pediatric residency training and identifying research gaps. It became apparent that studies on the development process of EPAs predominate, particularly those from English-speaking countries and that there is comparatively little literature on the implementation process, acceptance and feasibility of EPAs. In Germany in particular, however, there has been a paucity of practical experience in this area to date. The objective of the ensuing qualitative study is to investigate the reasons for the failure to introduce EPAs in pediatric residency training at a German university hospital and to identify factors that facilitate and hinder the implementation of EPAs. To investigate the research question, a total of six focus group interviews were conducted encompassing both residents and supervisors. The focus group interviews were recorded, transcribed verbatim and de-identified. Data analysis was conducted using qualitative content analysis. The participants generally considered the concept of EPAs to be useful, practical and forward-looking, though the integration of EPAs into everyday clinical practice failed. External barriers identified included a paucity of time, lack of institutional support, insufficient structural anchoring and a lack of commitment. Internal barriers included an incomplete understanding of the concept, skepticism toward structural changes and a diffuse distribution of responsibilities between residents and supervisors. More institutional structures and commitments and clear responsibilities were identified as potentially beneficial factors. The study demonstrates that EPAs are widely accepted, but their success in implementation is contingent upon the creation of structural conditions and the acknowledgement and management of cultural resistance. An international comparison reveals that the positive experiences reported there are partly based on framework conditions that are currently lacking in the German continuing medical education system. The analysis of the failure thus provides important insights into the specific challenges that must be overcome in the reality of German continuing medical education. The findings offer valuable guidance for clinics and education managers who wish to introduce competency-based curricula and contribute to the further development of medical education with the aim of improving the quality of training and patient safety in the long term. | |||||||
| Lizenz: | ![]() Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz | |||||||
| Fachbereich / Einrichtung: | Medizinische Fakultät | |||||||
| Dokument erstellt am: | 28.09.2026 | |||||||
| Dateien geändert am: | 28.09.2026 | |||||||
| Promotionsantrag am: | 10.03.2026 | |||||||
| Datum der Promotion: | 17.09.2026 |

