Dokument: Retrospektive Fallkontrollstudie zur Etablierung einer diagnostischen Fluoreszenz in Situ Hybridisierung an zytologischen Bürstenabstrichen von auffälligen Mundschleimhautläsionen bei Menschen mit Fanconi-Anämie
| Titel: | Retrospektive Fallkontrollstudie zur Etablierung einer diagnostischen Fluoreszenz in Situ Hybridisierung an zytologischen Bürstenabstrichen von auffälligen Mundschleimhautläsionen bei Menschen mit Fanconi-Anämie | |||||||
| URL für Lesezeichen: | https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=74457 | |||||||
| URN (NBN): | urn:nbn:de:hbz:061-20260917-135854-4 | |||||||
| Kollektion: | Dissertationen | |||||||
| Sprache: | Deutsch | |||||||
| Dokumententyp: | Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation | |||||||
| Medientyp: | Text | |||||||
| Autor: | von der Heyden, Mona [Autor] [im Online-Personal- und -Vorlesungsverzeichnis LSF anzeigen] | |||||||
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| Beitragende: | Prof. Dr. Biesterfeld, Stefan [Gutachter] PD Dr. med. Felsberg, Jörg [Gutachter] | |||||||
| Dewey Dezimal-Klassifikation: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit | |||||||
| Beschreibung: | Die Fanconi-Anämie (FA) ist eine seltene genetische Erkrankung mit Störungen der DNA-Reparatur und einem 500- bis 700-fach erhöhten Risiko für die Entstehung eines Karzinoms im Kopf-Hals-Bereich, insbesondere oral. FA-Betroffene besitzen meist benigne, gelegentlich aber maligne, ausgedehnte oder multiple Mundschleimhautläsionen, die klinisch nicht sicher, aber gut mittels Bürstenabstriches und zytologischer Untersuchung zugeordnet werden können. Ein Teil der Abstriche bleibt aber aufgrund zu geringer Zahl auffälliger Zellen diagnostisch unklar. Die Fluoreszenz in Situ Hybridisierung (FISH) benötigt nur wenige Zellen zur weiteren diagnostischen Abklärung. Ziel der Studie ist die Etablierung eines diagnostischen Cutoffs für die FISH-Untersuchungen zur Abgrenzung benigner und (prä)maligner Läsionen.
Für die retrospektive Studie wurden 93 negative und 87 zytologisch unklare oder positive Mundschleimhautabstriche von FA-Betroffenen aus den Jahren 2007 bis 2017 und bekanntem weiterem Krankheitsverlauf mittels Mehrfarben-FISH, bestehend aus den DNA-Sonden für CCND1, hTERC, MYC sowie dem Zentromer des Chromosoms 6 hybridisiert. In einem zweiten Schritt wurden die Präparate mit zwei weiteren Sonden für 9p21 (CDKN2A) und das Zentromer des Chromosoms 9 re-hybridisiert. Die Zahl der Fluoreszenzsignale wurden für ca. 50 Zellen ermittelt und je Zelle auch kombiniert ausgewertet (Mehrfarben-FISH). Die diagnostischen Treffsicherheiten für eine chromosomale Aneuploidie im Vergleich mit dem Follow-Up Referenzstandard wurden mittels Youden-Indices analysiert. Von den 180 ausgewählten und mittels FISH untersuchten Präparaten waren 160 auswertbar. Es ergaben sich bei der Doppelbestimmung in der Arbeitsgruppe fast perfekte (0,856) bis moderate (0,517) Kappa-Werte. Bei einem Schwellenwert von 7 oder mehr aneuploiden Zellen konnte je nach zugrunde gelegter Aneuploidie-Definition (D1-D4) und Auswertung aller Präparate bzw. nur der zytologisch unklaren und positiven, eine positive FISH-Diagnose mit einer Sensitivität von 61,5% bis 84,2% und einer Spezifität von 25% bis 92,6% für mindestens eine hochgradige orale epitheliale Dysplasie gestellt werden. D4 war mit einer Sensitivität von 69,2% bzw. 71,1% und einer Spezifität von 90,1% bzw. 72,5% zur Abgrenzung von gutartigen und bösartigen Mundschleimhautläsionen am besten geeignet. Die Re-Hybridisierung mit 9p21/Zentromer 9 Sonden ergab bei einem hohen Schwellenwert von mindestens 12 bzw. 30 Zellen mit relativer Deletion von 9p21 eine Sensitivität von 88,9% bzw. 62,9% und eine Spezifität von 67,2% bzw. 57,9%. Dies ist für eine klinische Anwendung zu gering. Es ergaben sich einige falsch-positive und falsch-negative Befunde der Mehrfarben-FISH. Erstere könnten auf ein bereits genetisch verändertes Feld aber morphologisch noch nicht fassbarer maligner Transformation zurückzuführen sein und lassen sich ggf. erst bei längerer Nachbeobachtungszeit bestätigen. Bei Letzteren könnten Schwierigkeiten bei der Hybridisierung und exakten Ermittlung der Fluoreszenzsignale aufgrund von abgebauter DNA ursächlich sein. Der ermittelte Cutoff-Wert sollte daher weiter in einer optimalerweise prospektiven Kohorte mit frischen Präparaten untersucht werden. | |||||||
| Lizenz: | ![]() Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz | |||||||
| Fachbereich / Einrichtung: | Medizinische Fakultät | |||||||
| Dokument erstellt am: | 17.09.2026 | |||||||
| Dateien geändert am: | 17.09.2026 | |||||||
| Promotionsantrag am: | 27.01.2026 | |||||||
| Datum der Promotion: | 08.09.2026 |

