Dokument: Einfluss der Narkoseform auf das Outcome der mechanischen Thrombektomie - Ein retrospektiver Vergleich zweier Schlaganfallzentren

Titel:Einfluss der Narkoseform auf das Outcome der mechanischen Thrombektomie - Ein retrospektiver Vergleich zweier Schlaganfallzentren
Weiterer Titel:Influence of anaesthesia type on the outcome of mechanical thrombectomy - a retrospective comparison of two stroke centers
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20260915-124606-5
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Trainer, Tim [Autor]
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Dateien vom 05.09.2026 / geändert 05.09.2026
Beitragende:Prof. Dr. med. Albrecht, Philipp [Gutachter]
Prof. Dr. med. Muhammad, Sajjad [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen:Die mechanische Thrombektomie (MT) hat sich als eine der wirksamsten Behandlungsstrategien für den ischämischen Schlaganfall bei proximalen Gefäßverschlüssen etabliert. Während die technische Durchführung der Thrombektomie standardisiert ist, besteht Uneinigkeit über die optimale Narkoseform. In der klinischen Praxis kommen dabei vorrangig zwei Verfahren zum
Einsatz: die Allgemeinanästhesie (GA) und die Wachsedierung mit oder ohne Lokalanästhesie (CS). Zahlreiche Studien und Metaanalysen haben den Einfluss der Narkoseform auf das funktionelle Outcome, die periinterventionelle Sicherheit
und die Erfolgsrate der Rekanalisation untersucht, jedoch mit heterogenen Ergebnissen. Die Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach (überwiegend GA) und
das Universitätsklinikum Düsseldorf (überwiegend keine GA) boten als benachbarte große Schlaganfallzentren ideale Voraussetzungen für eine gemeinsame Datenauswertung. Es erfolgte ein Vergleich zwischen den Subgruppen „Keine Allgemeinanästhesie – keine GA“ (n = 103) und „Allgemeinanästhesie wegen der Thrombektomie - GA“ (n = 86). Bezüglich demographischer Faktoren wie Alter und
Geschlecht zeigte sich ein vergleichbares Patientenkollektiv. Ebenso war der präinterventionelle NIHSS mit einem Median von 13 identisch. In der Gruppe „Keine Allgemeinanästhesie“ zeigte sich eine niedrigere Latenz bis zur Leistenpunktion („Time to Groin“, 57 min vs. 83 min, p < 0,001) und eine niedrigere Krankenhausverweildauer (8 Tage vs. 15 Tage, p < 0,001). Außerdem ergab sich ein niedrigerer Anteil der Notwendigkeit einer postinterventionellen intensivmedizinischen Betreuung (2,9 % vs. 94,2 %, p < 0,001). In der Gruppe der Patienten, welche eine GA erhielten, zeigte sich ein höherer Anteil an komplikativen
Pneumonien (33,7 % vs. 8,7 %, p < 0,001). Außerdem erlitten Patienten in dieser Gruppe zu einem höheren Anteil mehr als eine der vordefinierten Komplikationen im Rahmen des stationären Verlaufes (22,1 % vs. 10,7 %, p = 0,032). Beim Vergleich der Mortalitätsraten, des funktionellen Outcomes (NIHSS, mRS) sowie
der erfolgreichen Rekanalisationsraten (TICI 2c/3) ergaben sich keine signifikanten Unterschiede. Unsere Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass der Verzicht auf eine GA im Rahmen einer Thrombektomie zur Reduktion der Time to Groin, der Pneumonie-Rate sowie der Krankenhausverweildauer führen könnte.

The mechanical thrombectomy is established as one of the most effective treatment strategies for ischemic stroke in large vessel occlusions. While the technical implementation of thrombectomy is standardized, there is discord about the type of anesthesia. In clinical practise two approaches are mainly used: general anesthesia (GA) and conscious sedation with or without local
anesthesia (CS). Many studies and meta-analyses have investigated the impact of anesthesia type on functional outcomes, periinterventional safety, and successful recanalization rates, but there are heterogeneous results. Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach (mainly GA) and Universitätsklinikum
Düsseldorf (mainly no GA) provided best conditions for a common data analysis as they are two large and neighboring stroke centers.
A comparison was made between the subgroups “no GA” (n = 103) and “general anesthesia because of thrombectomy – GA” (n = 86).
Concerning demographic factors such as age and sex the groups were comparable. As well the preinterventional NIHSS showed the same median of 13. In the “no GA” group a shorter latency to groin puncture (“Time to Groin“) was observed (57 min vs. 83 min, p < 0,001), and also a shorter length of hospital stay
(8 days vs. 15 days, p < 0,001). Additionally the frequency of post-interventional intensive care was significantly lower in this group (2.9 % vs. 94.2 %, p < 0,001). In the GA-group we noticed a higher rate of pneumonia (33.7 % vs. 8.7 %, p < 0,001). Moreover patients in this group suffered more often more than one predefined complication during their hospitalization (22.1 % vs. 10.7 %, p = 0,032). When comparing mortality rates, functional outcomes (NIHSS, mRS) and successful recanalization rates (TICI 2c/3), there were no significant differences between the
groups. Our results provide an indication, that avoiding GA while thrombectomy could reduce the “Time to Groin“, pneumonia rate and the length of hospital stay.
Lizenz:Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:15.09.2026
Dateien geändert am:15.09.2026
Promotionsantrag am:19.05.2026
Datum der Promotion:03.09.2026
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