Dokument: Maternales und neonatales Outcome bei Frauen mit und ohne Uterusruptur nach mindestens einem vorausgegangenen Kaiserschnitt an einem Level I Perinatalzentrum: eine retrospektive Fall- Kontrolle Studie

Titel:Maternales und neonatales Outcome bei Frauen mit und ohne Uterusruptur nach mindestens einem vorausgegangenen Kaiserschnitt an einem Level I Perinatalzentrum: eine retrospektive Fall- Kontrolle Studie
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20260902-130811-7
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Dichgans, Josefa Maria Christine [Autor]
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Dateien vom 25.08.2026 / geändert 25.08.2026
Beitragende: Fehm, Tanja Natascha [Gutachter]
Prof. Dr. med Dzietko, Mark [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen:Derzeit liegt die Sectiorate in Deutschland bei fast 35 % Eine wichtige Komplikation bei erneuter Schwangerschaft ist die Uterusruptur. Im Rahmen dieser Studie sollte evaluiert werden, welche Auswirkungen eine offene und gedeckte Uterusruptur auf das fetale und maternale Outcome hat, um über die
Uterusruptur besser aufklären zu können.
Es wurde eine retrospektive Fall-Kontroll-Studie mit Daten aus 01/2010 bis
11/2025 durchgeführt. Das Auswahlkriterium war das Auftreten einer
Uterusruptur (offen und gedeckt). Das maternale Outcome wurde anhand der Dauer des stationären Aufenthalts, des peripartalen Blutverlusts und einer Hysterektomie beurteilt. Das neonatale Outcome wurde anhand der Frühgeburtenrate, der Verlegung auf die neonatologische Intensivstation, des 5 Minuten-APGAR und des arteriellen Nabelschnur-pH beurteilt. Die mütterlichen und neonatalen Outcomes wurden jeweils mit der Kontrollgruppe verglichen.
Von 1905 eingeschlossenen Frauen wiesen 208 eine Ruptur auf (30 offen, 178 gedeckt). Die offene Ruptur korrelierte signifikant mit längeren Klinikaufenthalten (5,23 vs. 4,22 Tage, p<0,001) und höherem Blutverlust (Hb- Abfall -1,83 g/dl vs. 1,03 g/dl, p<0,001). Es zeigte sich eine Tendenz zur höheren Hysterektomieraten nach offener Ruptur. Neonatal gab es nach offener Ruptur häufiger Frühgeburten (33 % vs. 16 %, p=0,019), signifikant niedrigere APGAR- und pH-Werte (p<0,001)
sowie häufigere Verlegungen auf die Intensivstation (40 % vs. 14 %, p<0,001).
Die Ergebnisse nach gedeckter Ruptur waren hingegen mit der Kontrollgruppe vergleichbar.
Abschließend zeigen die Ergebnisse, dass die mütterliche und neonatale Morbidität maßgeblich von der Art der Ruptur abhängt. Während die offene Ruptur mit signifikant schlechteren Outcomes wie höherem Blutverlust und beeinträchtigter neonataler Adaptation assoziiert ist, verläuft die gedeckte Ruptur
meist klinisch unauffällig. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer differenzierten Beratung mit Nutzen-Risiko-Abwägung bei der Geburtsplanung, die die Risiken unvoreingenommen darstellt um eine fundierte, partizipative Entscheidungsfindung zu ermöglichen.

Currently, the cesarean section rate in Germany is nearly 35 %. A significant
complication in subsequent pregnancies is uterine rupture. The objective of this
study was to evaluate the impact of complete uterine rupture and uterine
dehiscence (covered rupture) on fetal and maternal outcomes to improve clinical
counseling regarding this risk.
A retrospective case-control study was conducted using data from January 2010
to November 2025. The primary inclusion criterion was the occurrence of a
uterine rupture (either complete or dehiscence). Maternal outcome was assessed
based on the duration of hospital stay, peripartum blood loss, and the necessity
of a hysterectomy. Neonatal outcome was evaluated using the preterm birth rate,
admission to the neonatal intensive care unit (NICU), 5-minute APGAR scores,
and arterial umbilical cord pH levels. Maternal and neonatal outcomes were
compared between the affected groups and a control group.
Of the 1,905 women included in the study, 208 presented with a rupture (30
complete ruptures, 178 cases of dehiscence). Complete uterine rupture
correlated significantly with longer hospital stays (5.23 vs. 4.22 days, p<0.001)
and higher blood loss (Hb decrease -1.83 g/dl vs. 1.03 g/dl, p<0.001). A trend
toward higher hysterectomy rates following complete rupture was observed.
Neonatally, complete rupture was associated with a higher frequency of preterm
births (33 % vs. 16 %, p=0.019), significantly lower APGAR and pH values
(p<0.001), and more frequent NICU admissions (40 % vs. 14 %, p<0.001). In
contrast, outcomes following uterine dehiscence were comparable to those of the
control group.
In conclusion, these results demonstrate that maternal and neonatal morbidity
depend significantly on the type of rupture. While complete rupture is associated
with significantly poorer outcomes, such as increased blood loss and impaired neonatal adaptation, uterine dehiscence is mostly clinically unremarkable. This underscores the necessity for differentiated counseling and a balanced risk
benefit assessment during birth planning. Such an approach should present risks objectively to enable informed, shared decision-making.
Lizenz:Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:02.09.2026
Dateien geändert am:02.09.2026
Promotionsantrag am:15.04.2026
Datum der Promotion:20.08.2026
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