Dokument: Der Einfluss der Mikrozirkulation auf die Nierenfunktion und die Mortalität bei Patienten im Schock
| Titel: | Der Einfluss der Mikrozirkulation auf die Nierenfunktion und die Mortalität bei Patienten im Schock | |||||||
| Weiterer Titel: | The influence of microcirculation on renal function and mortality in patients with shock | |||||||
| URL für Lesezeichen: | https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=74284 | |||||||
| URN (NBN): | urn:nbn:de:hbz:061-20260914-104748-9 | |||||||
| Kollektion: | Dissertationen | |||||||
| Sprache: | Deutsch | |||||||
| Dokumententyp: | Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation | |||||||
| Medientyp: | Text | |||||||
| Autor: | Marinova, Radost [Autor] | |||||||
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| Beitragende: | PD Dr. med. Bruno, Raphael [Gutachter] Prof. Dr. med. Wagenhäuser, Markus [Gutachter] | |||||||
| Dewey Dezimal-Klassifikation: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit | |||||||
| Beschreibungen: | Der Schock ist ein lebensbedrohliches Krankheitsbild, das durch eine gestörte Mikrozirkulation charakterisiert ist und zum Multiorganversagen führen kann. Eine häufige Komplikation beim Schock ist die akute Nierenschädigung, die den Krankheitsverlauf und die Prognose der Patienten stark beeinflussen kann. Mehrere Studien haben auf einen Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Mikrozirkulationsstörungen und dem Überleben der Patienten im Schock hingewiesen. Mittels Kontrastmittelsonographie der Niere konnte gezeigt werden, dass die renale kortikale Mikrozirkulation bei Schockpatienten mit einer schweren akuten Nierenschädigung beeinträchtigt ist. Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss der Mikrozirkulation auf die Nierenfunktion und die Mortalität bei Patienten im Schock auf Intensivstation zu erforschen. Die Hypothesen waren, dass die Mikrozirkulationsstörungen mit dem Auftreten einer akuten Nierenschädigung assoziiert sind und dass die gestörte Mikrozirkulation mit einer erhöhten Mortalität bei Patienten mit einer akuten Nierenschädigung verbunden ist. Die sublinguale Mikrozirkulation von Patienten im Schock auf der Intensivstation wurde nicht-invasiv mittels Seitenstrom-Dunkelfeld-Technik (SDF) untersucht. Die Einschlusskriterien waren ein Serum Laktat von mehr als 2 mmol/L und eine Katecholaminpflichtigkeit zur Aufrechterhaltung eines mittleren arteriellen Drucks von > 65 mmHg. Für die Messung des Blutflusses in den Kapillaren der Zungengrundschleimhaut wurde das MicroScan®-Mikroskop eingesetzt. Die Schleimhautdurchblutung wurde als Zwei-Sekunden-Videos in Echtzeit angezeigt und die Softwareanalyse der Videos wurde durch den AVA 4.3 C Algorithmus direkt durchgeführt. Nach der Mikrozirkulationsmessung wurde die Mikrozirkulation auch indirekt mittels Mottling Score und Rekapillarisierungszeit untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die Patienten mit einer akuten Nierenschädigung eine signifikant höhere Laktatkonzentration bei Aufnahme auf die Intensivstation (Mdn = 5,5 (IQR 3,3-8,2) vs. Mdn = 3,1 (IQR 2,4-5,4), p=0,001) und sechs Stunden nach Aufnahme (Mdn = 5,95 (IQR 2,8-9,7) vs. Mdn = 1,9 (IQR 1,5-4), p<0,001) im Vergleich zu den Patienten ohne akute Nierenschädigung hatten. Bei Patienten mit akuter Nierenschädigung waren auch die Mortalität auf der Intensivstation (59,3% vs. 27,5%, p=0,001), im Krankenhaus (64,4% vs. 31,4%, p=0,001), die 30-Tage-Mortalität (62,7% vs. 29,4%, p<0,001) und die 12-Monats-Mortalität (79,2% vs. 51,2%, p=0,004) signifikant höher. Die Regressionsanalysen zeigten, dass ein erhöhter Laktatspiegel bei Aufnahme (OR 1,19, 95% CI 1,05-1,34, p=0,007) und sechs Stunden nach der Aufnahme auf die Intensivstation (OR 1,27, 95% CI 1,11-1,46, p=0,001) mit dem Auftreten einer akuten Nierenschädigung assoziiert war. Bei Patienten, die eine akute Nierenschädigung hatten, war eine erhöhte Laktatkonzentration sechs Stunden nach der Aufnahme auf die Intensivstation mit einer kürzeren Überlebenszeit (30- Tage-Mortalität: HR 1,14, 95% CI 1,06-1,23, p<0,001; 12 Monats-Mortalität: HR 1,13, 95% CI 1,06-1,22, p=0,001) und einer erhöhten Mortalität auf Intensivstation (OR 1,37, 95% CI 1,11-1,68, p=0,003) verbunden. Zusammenfassend zeigten die Ergebnisse keine Assoziation zwischen den sublingualen
Mikrozirkulationsparametern und dem Auftreten einer akuten Nierenschädigung oder dem Überleben der Patienten, die eine akute Nierenschädigung hatten. Bei Patienten im Schock war ein erhöhter Laktatspiegel mit dem Auftreten einer akuten Nierenschädigung assoziiert. Dieser Laktatanstieg war auch mit einer schlechteren Überlebensprognose der Patienten mit einer akuten Nierenschädigung verbunden. Weitere Studien zu diesem Thema sind notwendig, um die Bedeutung der Mikrozirkulation für die Nierenfunktion der Schockpatienten zu untersuchen.Shock is a life-threatening condition characterized by impaired microcirculation, which can lead to multiple organ failure. A common complication of shock is acute kidney injury (AKI), which can significantly influence the disease course and prognosis of patients. Several studies have indicated a correlation between the severity of microcirculatory disturbances and survival of patients in shock. Using contrast-enhanced ultrasound of the kidney, it has been shown that renal cortical microcirculation is impaired in shock patients with severe AKI. The aim of this study is to investigate the impact of microcirculation on kidney function and mortality in patients with shock in the intensive care unit (ICU). The hypotheses were that microcirculatory disturbances are associated with the occurrence of AKI and that impaired microcirculation is linked to increased mortality in patients with AKI. The sublingual microcirculation of ICU patients in shock was non-invasively examined using sidestream dark field (SDF) imaging. Inclusion criteria were a lactate level of more than 2 mmol/L and a requirement for catecholamines to maintain a mean arterial pressure of > 65 mmHg. The MicroScan® microscope was used to measure blood flow in the capillaries of the sublingual mucosa. The mucosal blood flow was displayed as two-second real-time videos and the software analysis of the videos was performed directly using the AVA 4.3 C algorithm. In addition to the microcirculation measurement, microcirculation was also indirectly assessed using the mottling score and capillary refill time. The results showed that patients with AKI had significantly higher lactate concentrations upon ICU admission (Mdn = 5.5 (IQR 3.3-8.2) vs. Mdn = 3.1 (IQR 2.4-5.4), p=0.001) and six hours after admission (Mdn = 5.95 (IQR 2.8-9.7) vs. Mdn = 1.9 (IQR 1.5-4), p<0.001) compared to patients without AKI. Patients with AKI also had significantly higher mortality rates in the ICU (59.3% vs. 27.5%, p=0.001), in the hospital (64.4% vs. 31.4%, p=0.001), at 30 days (62.7% vs. 29.4%, p<0.001) and at 12 months (79.2% vs. 51.2%, p=0.004). Regression analyses revealed that an elevated lactate level at admission (OR 1.19, 95% CI 1.05-1.34, p=0.007) and six hours after ICU admission (OR 1.27, 95% CI 1.11-1.46, p=0.001) was associated with the occurrence of AKI. Among patients with AKI, a higher lactate concentration six hours after ICU admission was linked to a shorter survival time (30-day mortality: HR 1.14, 95% CI 1.06-1.23, p<0.001; 12-month mortality: HR 1.13, 95% CI 1.06-1.22, p=0.001) and increased ICU mortality (OR 1.37, 95% CI 1.11-1.68, p=0.003). In summary, the results did not show an association between sublingual microcirculation parameters and the occurrence of AKI or the survival of patients with AKI. In patients in shock, an elevated lactate level was associated with the occurrence of AKI. This increase in lactate was also linked to a poorer prognosis for patients with AKI. Further studies are needed to investigate the importance of microcirculation for kidney function in shock patients. | |||||||
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| Fachbereich / Einrichtung: | Medizinische Fakultät | |||||||
| Dokument erstellt am: | 14.09.2026 | |||||||
| Dateien geändert am: | 14.09.2026 | |||||||
| Promotionsantrag am: | 26.02.2026 | |||||||
| Datum der Promotion: | 18.08.2026 |

