Dokument: Beratung zu Bewegungsförderung in der Versorgung von Patient:innen mit koronarer Herzkrankheit - Eine qualitative Untersuchung zu Erfahrungen, Einstellungen und Bedarfen von Hausärzt:innen

Titel:Beratung zu Bewegungsförderung in der Versorgung von Patient:innen mit koronarer Herzkrankheit - Eine qualitative Untersuchung zu Erfahrungen, Einstellungen und Bedarfen von Hausärzt:innen
Weiterer Titel:Advice on promoting physical activity in the care of patients with coronary heart disease – A qualitative study on the experiences, attitudes and needs of general practitioners
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=73964
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20260723-132616-8
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Prinz, Alicia [Autor]
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Dateien vom 16.07.2026 / geändert 16.07.2026
Beitragende:Prof. Dr. rer. nat. Kastaun, Sabrina [Gutachter]
Univ.-Prof. Dr. rer. medic. Möhler, Ralph [Gutachter]
Stichwörter:Koronare Herzkrankheit, Chronische Erkrankung, Körperliche Aktivität, Bewegung, Bewegungsberatung, Hausärztliche Versorgung, Qualitative Forschung
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen:Nationale und internationale Leitlinien empfehlen, Patient:innen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) in der hausärztlichen Versorgung zu Bewegung zu beraten. In Deutschland erfolgt dies bislang unzureichend, unter anderem aufgrund mangelnder Kenntnisse und Fertigkeiten in der Durchführung effizienter und effektiver hausärztlicher (Kurz-)Beratung zu Bewegung. Internationale Leitlinien empfehlen daher entsprechendes
Training von Gesundheitsfachkräften. Ziel des Promotionsvorhabens war es, Einblicke in den Versorgungsalltag von Hausärzt:innen, ihre Einstellungen zur Bewegungsberatung bei Patient:innen mit KHK sowie Anforderungen an Trainingskonzepte zu gewinnen.
Im Rahmen einer qualitative Studie wurden dazu zwischen März und Juni 2023 problemzentrierte Einzelinterviews (n = 12) und sechs Fokusgruppen (n = 37) mit Hausärzt:innen durchgeführt. Die Leitfäden wurden multiprofessionell entwickelt und pilotiert. Die Datenerhebung erfolgte mittels gezielter Stichprobenauswahl („purposive sampling“) iterativ bis zur inhaltlichen Sättigung. Die audioaufgezeichneten und wortwörtlich transkribierten Interviews und Fokusgruppen wurden computergestützt, nach der inhaltlich strukturierenden, qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Hausärzt:innen waren in allen Phasen des Forschungsprozesses beteiligt, u. a. in multiprofessionellen Analysegruppen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Hausärzt:innen sich der gesundheitlichen Vorteile von Bewegung für Patient:innen mit KHK bewusst sind, jedoch nicht routinemäßig dazu beraten. Gespräche zu Bewegung erfolgen meist unstrukturiert, wenig individualisiert und werden als zeitaufwendig sowie wenig wirksam erlebt, was zu Frustration führen kann. Es besteht ein Bedarf an klaren Kommunikationsstrategien und praxistauglichen Instrumenten, um Bewegungsberatung wirksam in den hausärztlichen Praxisalltag zu integrieren. Als zentrale Anforderungen an ein Trainingskonzept zur Bewegungsberatung in der hausärztlichen Praxis formulieren die befragten Hausärzt:innen kollegialen Austausch, Selbstreflexion, evidenzbasiertes Wissen zu Bewegung allgemein und bei KHK im Speziellen, praxisnahe Materialien, niedrigschwellige und zeiteffiziente Beratungstechniken. Diese Erfahrungen, Einstellungen und Bedarfe als auch hausärztlich formulierte Anforderungen und Wünsche an ein Trainingskonzept liefern wichtige Informationen zur Unterstützung einer systematischen und auf die Bedarfe von Hausärzt:innen abgestimmten Entwicklung eines Trainings in der Beratung zu Bewegungsförderung von Patient:innen mit KHK.

National and international guidelines recommend that patients with coronary heart disease (CHD) receive advice on physical activity (PA) from their general practitioner (GP). In Germany, however, this is still implemented insufficiently, partly due to a lack of knowledge and skills in delivering efficient and effective (brief) PA advice in general practice. International guidelines therefore recommend appropriate training for healthcare professionals. The aim of this doctoral project was to gain insights into the everyday care provided by GPs, their attitudes and needs towards PA advice for patients with CHD and the requirements for training concepts.
As part of a qualitative study, problem-centred individual interviews (n = 12) and six focus groups (n = 37) with GPs were conducted between March and June 2023. The interview guides were developed and piloted in a multi-professional context. Data collection followed a purposive sampling strategy and was conducted iteratively until thematic saturation was reached. The audio-recorded and verbatim-transcribed interviews and focus groups were analysed using computer-assisted, content-structuring, qualitative analysis. GPs were involved in all phases of the research process, including participation in multi-professional analysis groups.
The results show that GPs are aware of the health benefits of PA for patients with CHD, but do not routinely advise them. Consultations are usually unstructured, not very individualised and are perceived as time-consuming and ineffective, which often causes frustration. There is a need for clear communication strategies and practical tools to effectively integrate PA
advice into everyday GP practice. As key requirements for a training concept on PA advice in general practice, the participating GPs emphasised peer exchange, self-reflection, evidence-based knowledge on PA in general and specifically for CHD, practice-oriented materials, and low-threshold, time-efficient counselling techniques. These experiences, attitudes and needs, as well as the requirements and wishes formulated by GPs, provide important information to support the systematic development of a training programme tailored to the needs of GPs for advising patients with CHD on PA promotion.
Lizenz:Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät » Institute » Abteilung für Allgemeinmedizin
Dokument erstellt am:23.07.2026
Dateien geändert am:23.07.2026
Promotionsantrag am:13.03.2026
Datum der Promotion:14.06.2026
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