Dokument: Typ-1-Diabetes, LADA und Typ-2-Diabetes - Ein Vergleich von anthropometrischen und klinischen Daten, sowie kardiovaskulären Risikofaktoren aus dem DPV-Register in den Jahren 1995 bis 2022

Titel:Typ-1-Diabetes, LADA und Typ-2-Diabetes - Ein Vergleich von anthropometrischen und klinischen Daten, sowie kardiovaskulären Risikofaktoren aus dem DPV-Register in den Jahren 1995 bis 2022
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20260715-155545-4
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Golomb, Rosa Charlotte [Autor]
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Dateien vom 13.07.2026 / geändert 13.07.2026
Beitragende:Prof. Dr. med. Schloot, Nanette C. [Gutachter]
Prof. Dr. med. Grandoch, Maria [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen:Beim Diabetes mellitus handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die sich
durch eine erhöhte Blutglukosekonzentration charakterisiert. Klassisch wird unterschieden
zwischen Typ-1-Diabetes (T1D), bei dem das körpereigene Insulin fehlt, und Typ-2-Diabetes
(T2D), bei dem eine Insulinresistenz und eine gestörte Insulinproduktion vorliegen. In den
vergangenen Jahren gewinnt der latente autoimmune Diabetes des Erwachsenen (LADA)
zunehmend an Bedeutung. LADA weist sowohl Merkmale von T1D als auch von T2D auf
und wird oft erst spät erkannt. Bislang gibt es wenig Studien, die diese drei Diabetestypen
direkt miteinander vergleichen.
Ziel dieser Studie war es, die Unterschiede zwischen T1D, LADA und T2D hinsichtlich
klinischer und anthropometrischer Merkmale sowie kardiovaskulärer Risikofaktoren zu
charakterisieren. Hierfür wurden Daten aus dem deutschen Diabetes-Patienten-
Verlaufsdokumentation (DPV)-Register aus den Jahren 1995 bis 2022 analysiert.
Es wurden Daten von 36.959 Erwachsenen mit T1D (940 Personen), LADA (747 Personen)
und T2D (35.272 Personen) ausgewertet. LADA wurde definiert als eine Diagnose mit T2D
nach dem 30. Lebensjahr, ein insulinfreies Intervall von mindestens sechs Monaten nach
Diagnosestellung und das Vorliegen von Inselzellantikörpern. Die Daten wurden sowohl
zum Zeitpunkt der Diabetesmanifestation als auch nach einer medianen Follow-up Dauer
von 3,5 bis 3,9 Jahren analysiert.
Zu Beginn der Erkrankung zeigten Personen mit LADA intermediäre Werte für Body-mass-
index (BMI), Taillenumfang, HbA1c und C-Peptid im Vergleich zu T1D und T2D. Im
Verlauf näherten sich die Werte von LADA und T2D an.
Besonders auffällig war die höhere Prävalenz von kardiovaskulären Risikofaktoren bei
Personen mit LADA. So wiesen sie häufiger Dyslipidämie, arterielle Hypertonie,
Nephropathie und periphere Neuropathie auf als Personen mit T2D und T1D. Bei allen drei
Diabetestypen zeigte sich, dass arterielle Hypertonie und Dyslipidämie häufiger
dokumentiert waren als eine entsprechende medikamentöse Therapie, besonders ausgeprägt
bei Personen mit LADA.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass LADA sowohl Merkmale des T1D, als auch des
T2D aufweist. Menschen mit LADA weisen eine höhere Prävalenz von kardiovaskulären
Risikofaktoren auf und sollten daher frühzeitig erkannt und gemäß Leitlinien behandelt
werden, um Komplikationen zu verhindern.
Eine zentrale Stärke dieser Arbeit liegt in der einzigartigen Verbindung von Kohortengröße
(36.959 Patienten aus 197 Zentren über 27 Jahre) und diagnostischer Sicherheit durch
laborchemisch bestätigten Antikörperstatus, wodurch erstmals in diesem Umfang ein valider
direkter Vergleich kardiovaskulärer Risiken zwischen LADA, T1D und T2D möglich wurde.
Nachdem in dieser Arbeit ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko für LADA gefunden wurde,
sollten zukünftige Studien das Auftreten von makrovaskulären Komplikationen bei
Menschen mit T1D, LADA und T2D untersuchen.

Diabetes mellitus is a chronic metabolic disorder that is characterised by elevated levels of
glucose in the blood. Traditionally, it is classified into two main types: type 1 diabetes (T1D),
where the body’s own insulin is absent, and type 2 diabetes (T2D), which is characterised
by insulin resistance and impaired insulin production. In recent years, latent autoimmune
diabetes in adults (LADA) has gained increasing significance. LADA exhibits characteristics
of both T1D and T2D and is often diagnosed late. Until now, only few studies compare all
three diabetes types.
The aim of this study was to characterize the differences between T1D (940 individuals),
LADA (747 individuals) and T2D (35,272 individuals) in terms of clinical and
anthropometric characteristics, as well as cardiovascular risk factors. Data from the German
Diabetes Patient Follow-up (DPV) registry from 1995 to 2022 were analysed for this
purpose.
Data from 36,959 adults with T1D, LADA, and T2D were evaluated. LADA was defined as
clinical diagnosis with T2D after the age of 30, an insulin-free interval of at least six months
after diagnosis, and the presence of islet cell autoantibodies. Data were analysed both at the
time of diabetes manifestation and after a median follow-up period of 3.5 to 3.9 years.
At the onset of the disease, individuals with LADA exhibited intermediate values for body
mass index (BMI), waist circumference, HbA1c, and C-peptide compared to T1D and T2D.
At follow-up, the values of LADA and T2D show no significant differences anymore.
Particularly striking was the higher prevalence of cardiovascular risk factors in individuals
with LADA. They more frequently exhibited dyslipidemia, arterial hypertension,
nephropathy, and peripheral neuropathy compared to individuals with T2D and T1D.
In all three types of diabetes, arterial hypertension and dyslipidemia were documented more
frequently than corresponding drug therapy, particularly in individuals with LADA.
The results of this study show that LADA has characteristics of both T1D and T2D. People
with LADA have a higher prevalence of cardiovascular risk factors and should therefore be
identified early and treated according to guidelines to prevent complications.
A key strength of this study lies in the unique combination of cohort size (36,959 patients
from 197 centres over 27 years) and diagnostic certainty through laboratory-confirmed
antibody status, which for the first time enabled a valid direct comparison of cardiovascular
risks between LADA, T1D and T2D on this scale.
Since this study found an increased cardiovascular risk for LADA, future studies should
investigate the occurrence of macrovascular complications in people with T1D, LADA and
T2D.
Lizenz:Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:15.07.2026
Dateien geändert am:15.07.2026
Promotionsantrag am:13.01.2026
Datum der Promotion:02.07.2026
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