Dokument: Zur Entstehung und Registrierung von Schmerz am ISG - Eine histologische Suche nach Propriozeptoren vor dem Hintergrund des unspezifischen unteren Rückenschmerzes

Titel:Zur Entstehung und Registrierung von Schmerz am ISG - Eine histologische Suche nach Propriozeptoren vor dem Hintergrund des unspezifischen unteren Rückenschmerzes
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=73820
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20260713-162746-1
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Krieg, Rebecca [Autor]
Dateien:
[Dateien anzeigen]Adobe PDF
[Details]50,04 MB in einer Datei
[ZIP-Datei erzeugen]
Dateien vom 05.07.2026 / geändert 05.07.2026
Beitragende:Prof. Dr. med. Filler, Timm Joachim [Gutachter]
Univ.-Prof. Dr. med. Vesper, Jan [Gutachter]
Stichwörter:Propriozeption, ISG, Fascia thoracolumbalis, Musculus multifidus
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Dem unteren Rückenschmerz kommen in Deutschland und auch anderen Ländern eine hohe epidemiologische, gesundheitsökonomische und medizinische Bedeutung zu. Der zugrundeliegende Pathomechanismus ist in den meisten Fällen unklar, es lässt sich keine eindeutig identifizierbare anatomische Quelle zuordnen und Untersuchungen zur Innervation gibt es nur wenige. Eine Beteiligung der Fascia thoracolumbalis (FTL) sowie des Musculus multifidus (MF) wird in der Literatur diskutiert, ebenso ein möglicher Zusammenhang zwischen Schmerzentstehung und Propriozeptoren. Vor diesem Hintergrund war das Ziel dieser Arbeit, die Darstellung der Verteilung und Häufung von Propriozeptoren in FTL sowie MF auf histologischer Ebene.
Hierfür wurde das Gewebe von FTL und MF von 10 humanen Körperspenden auf Höhen Lendenwirbelkörper 5 (LWK5) bis Sakralwirbelkörper 5 (S5) entnommen, in Formaldehyd fixiert und histologisch aufgearbeitet. Im Schnitt entstanden dabei 30 Präparate pro Körperspende. Für den Nachweis propriozeptiver Strukturen wurden verschiedene histologische Färbungen und Immunhistochemie (IHC) eingesetzt. Die Auswertung der Proben erfolgte nach einem standardisierten Algorithmus mit Hilfe einer Bildanalysesoftware, gefolgt von einer statistischen Auswertung.
Es konnten propriozeptive Strukturen wie Ruffini-Körperchen (RK), Muskelspindeln (MS) und in überragenden Mengen Golgi Sehnenorgane (GTO) identifiziert werden. Hinsichtlich der propriozeptiven Ausstattung ließen sich statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern, in der Altersverteilung, in der Höhenlokalisation und der Seite feststellen. Besonders deutlich war die Dichtezunahme der GTO nach caudal. Die Verteilungsdichte der Propriozeptoren wurde schematisch visualisiert.
In dieser Arbeit wurde gezeigt, dass sowohl FTL und MF als wesentliche Akteure im unteren Rücken über eine umfangreiche Innervation verfügen, die großes Potenzial zu überschießenden Reaktionen bspw. infolge veränderter Umgebungsbedingungen (mechanisch, entzündlich) besitzt. Bisherige Untersuchungen, die eine ausgeprägte Innervation der FTL feststellten, sowie verschiedene Szenarien der Schmerzgenese, die Propriozeptoren einbeziehen, lassen sich damit gut in Einklang bringen. Darüber hinaus kann das neu gewonnene Wissen über die Verteilung entsprechender Propriozeptoren als Grundlage für gezielte Therapieansätze dienen und zu einem Fortschritt in der Behandlung des unteren Rückenschmerzes beitragen.
Lizenz:Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät » Institute » Institut für Anatomie I
Dokument erstellt am:13.07.2026
Dateien geändert am:13.07.2026
Promotionsantrag am:11.11.2025
Datum der Promotion:02.07.2026
english
Benutzer
Status: Gast
Aktionen