Dokument: Retrospektive Analyse des Einflusses prä- und postaneurysmatischer Gefäßasymmetrien auf das Rupturrisiko von Aneurysmen der Arteria communicans anterior

Titel:Retrospektive Analyse des Einflusses prä- und postaneurysmatischer Gefäßasymmetrien auf das Rupturrisiko von Aneurysmen der Arteria communicans anterior
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20260413-074323-8
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Yalelis, Andreas [Autor]
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Dateien vom 27.03.2026 / geändert 27.03.2026
Beitragende:Prof. Dr. med. Petridis, Athanasios [Gutachter]
Prof. Dr. med. Turowski, Bernd [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Die Subarachnoidalblutung infolge einer Aneurysmaruptur stellt ein lebensbedrohliches Krankheitsbild mit hoher Morbidität und Mortalität dar. Bei intrakraniellen Aneurysmen sind Aneurysmen der Arteria communicans anterior (ACOM) die häufigste Rupturlokalisation und verantwortlich für ein Drittel aller aneurysmatischen Subarachnoidalblutungen. Trotz vieler Untersuchungen zu morphologischen und klinischen Risikofaktoren fehlen weiterhin Daten zum Einfluss prä- und postaneurysmatischer Gefäßasymmetrien, insbesondere im Bereich der A1 (Arteria cerebri anterior: Pars praecommunicans) und A2 (Arteria cerebri anterior: Pars postcommunicans) Segmente, auf die Entstehung und die Rupturwahrscheinlichkeit von ACOM-Aneurysmen.
In einer retrospektiven Studie untersuchten wir 434 Patient/-innen, darunter 284 mit ACOM-Aneurysma (163 rupturiert, 121 nicht rupturiert) und 150 Kontrollpatient/-innen (50 ohne vaskuläre Pathologie, 50 mit Aneurysma der hinteren Zirkulation, 50 mit Aneurysma der Arteria cerebri media). Mittels Computertomographie Angiographie und Magnetresonanztomographie Angiographie erfolgten standardisierte Messungen der Aneurysmamorphologie (Länge, Breite, Halsdurchmesser) sowie Berechnungen der etablierten Parameter aspect ratio (AR), bottleneck ratio (BR) und size ratio (SR). Darüber hinaus wurden die Durchmesser der A1- und A2-Segmente und der Arteria communicans anterior erfasst und Symmetrie ratios bestimmt.
Die Ergebnisse belegten, dass rupturierte ACOM-Aneurysmen im Mittel länger waren (5,6 mm vs. 4,8 mm) und einen größeren Halsdurchmesser (2,9 mm vs. 2,5 mm) hatten als nicht rupturierte. Das size ratio war signifikant höher (7,3 vs. 6,1), während das bottleneck ratio signifikant niedriger war (1,6 vs. 1,8). Das aspect ratio unterschied sich hingegen nicht. Damit bestätigte sich die Bedeutung morphologischer Parameter, insbesondere der Aneurysmalänge und des size ratios, für das Rupturrisiko.
Bezüglich der Gefäßarchitektur zeigte sich bei Patient/-innen mit ACOM-Aneurysma eine ausgeprägtere Asymmetrie der A1-Segmente (mittleres A1-ratio 0,55) im Vergleich zu den Kontrollgruppen (0,79–0,82). Diese Asymmetrie war mit größeren Aneurysmen assoziiert, jedoch nicht mit einem signifikant erhöhten Rupturrisiko. Die A2-Segmente erwiesen sich über alle Gruppen hinweg als weitgehend symmetrisch (ratio 0,84–0,86) und hatten keinen Einfluss auf die Ruptur. Zusätzliche Messungen an der Arteria communicans anterior zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen rupturierten und nicht rupturierten Aneurysmen.
Demografisch erwies sich nur das Alter als entscheidender Parameter. Patient/-innen mit rupturiertem Aneurysma waren in unserem Kollektiv signifikant jünger (60,8 Jahre) als solche mit nicht rupturiertem Aneurysma (68,2 Jahre). Das Geschlecht hatte dabei keinen Einfluss auf die Rupturwahrscheinlichkeit.
Zusammenfassend konnte gezeigt werden, dass das Rupturrisiko von ACOM-Aneurysmen vor allem durch morphologische Faktoren, insbesondere Aneurysmalänge, Halsdurchmesser und size ratio bestimmt wird. Gefäßasymmetrien im Bereich der A1- und A2-Segmente beeinflussen zwar die Aneurysmamorphologie, haben jedoch keine eigenständige prognostische Bedeutung für das Rupturrisiko. Damit unterstreichen die Ergebnisse die Relevanz klassischer morphologischer Parameter und klinischer Faktoren, während prä- und postaneurysmatische Asymmetrien in der Risikostratifizierung nachrangig sind.
Lizenz:Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:13.04.2026
Dateien geändert am:13.04.2026
Promotionsantrag am:30.09.2025
Datum der Promotion:26.03.2026
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