Dokument: Frakturrisiko von Wirbelsäulenosteolysen bei Patienten mit einem Multiplen Myelom

Titel:Frakturrisiko von Wirbelsäulenosteolysen bei Patienten mit einem Multiplen Myelom
Weiterer Titel:Fractur risk of vertebral body osteolysis in patients with multiple myeloma
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20260330-094029-6
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Groeben, Ferdinand Friedrich [Autor]
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Dateien vom 18.03.2026 / geändert 18.03.2026
Beitragende:PD Dr. Konieczny, Markus [Gutachter]
Prof. Dr. med. Fenk, Roland [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen:Das Multiple Myelom (MM) ist eine hämatologische Krebserkrankung. In bis zu 60 %
aller Fälle zeigen sich Wirbelsäulenosteolysen. Diese stellen eine wesentliche
Komplikation dar in dem sie das Risiko pathologischer Frakturen erhöhen und damit
Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten nimmt durch eine Abnahme der Mobilität
durch eine erhöhte Schmerzsymptomatik und neurologische Defizite. Ziel dieser
prospektiven Studie war es Anhand der Größe und Lokalisation von Osteolysen das
Frakturrisiko zu untersuchen um die Effektivität und Komplikationsrate konservativer
und operativer Therapien anhand ihres klinischen Outcomes zu bewerten.
Große Osteolysen, mehr als drei Wirbelkörper mit Osteolysen und
„Schrotschusswirbelkörper“ zeigten in der Auswertung eine erhöhte Instabilität und
führten vermehrt zu Frakturen.
Zur Diagnosestellung werden unterschiedliche bildgebende Verfahren verwendet. Dabei
zeigen das Niedrig-Dosis-Ganzkörper-CT und das Ganzkörper-MRT eine hohe
Sensibilität und Sensitivität. Sie sind dem konventionellen Röntgen gegenüber deutlich
überlegen. Diesem kommt jedoch immer noch eine Bedeutung zu. Perspektivisch
eröffnen das PET-CT und KI-gestützte Analyse-Tools neue Möglichkeiten für
Diagnosestellungen, Staging und Therapieplanungen.
Konservative Therpien wie z.B. die Korsettversorgung, die Bisphosphonattherapie, und
die analgetische Therapie können Schmerzen lindern und für eine Stabilisierung sorgen,
bergen jedoch das Risiko einer weiteren Sinterung der betroffenen Wirbelkörper.
Stabilisierende operative Verfahren wie die Kyphoplastie, die Vertebroplastie und
Spondylodese, welche eine deutlich erhöhte Komplikationsrate besonders bei
immunsupprimierten zeigen, ermöglichen eine direkte Stabilisierung der betroffenen
Wirbelkörper. Die Strahlentherapie stellt eine wichtige Ergänzung dieser Therapien dar,
da sie neben einer effektiven Schmerzlinderung häufig eine Rekalzifizierung der Läsion
erreichen und so zu einer Stabilisierung führen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Therapieentscheidungen stets individuell erfolgen sollten.
Eine interdiziplinäre Zusammenarbeit durch Onkologen, Radiologen, Orthopäden und
Strahlentherapeuten ermöglicht die Erstellung eines optimalen Therapiekonzepts um den
Patienten ein optimales Verhältnis zwischen Lebensqualität, Komplikationsrisiko und
Überlebenschancen zu ermöglichen. Dabei kommt der Sagittalen Balance eine besondere
Bedeutung in der Entscheidungsfindung zu. Diese sollte bei der Therapieplanung
berücksichtigt werden um den Patienten eine möglichst hohe Lebensqualität zu
ermöglichen. Dabei sollten die verschiedenen Scores (OF-Klassifikation, AOKlassifikation,
ASA-Klassifikation) mitbeurteilt werden um das Gleichgewicht zwischen
Nutzen und Risiko abzuwägen.

Multiple Myeloma (MM) is a hematological malignancy. In up to 60% of all cases, spinal
osteolyses are observed. These represent a significant complication as they increase the
risk of pathological fractures and thereby affect patients’ quality of life through reduced
mobility, increased pain symptoms, and neurological deficits. The aim of this prospective
study was to investigate the fracture risk based on the size and localization of osteolyses,
in order to evaluate the effectiveness and complication rates of conservative and surgical
therapies with regard to their clinical outcome.
Large osteolyses, more than three vertebral bodies affected by osteolysis, and “shotgun
vertebral bodies” demonstrated increased instability in the analysis and led more
frequently to fractures.
Different imaging techniques are used for diagnosis. Low-dose whole-body CT and
whole-body MRI show high sensitivity and specificity. They are superior to conventional
radiography, which nevertheless keep some relevance. Perspective, PET-CT and AIassisted
analysis tools open up new possibilities for diagnostics, staging, and therapy
planning.
Conservative therapies such as bracing, bisphosphonate therapy, and analgesic treatment
can relieve pain and provide stabilization but carry the risk of further subsidence of the
affected vertebral bodies. Stabilizing surgical procedures such as kyphoplasty,
vertebroplasty, and spondylodesis, which show increased complication rates especially in
immunosuppressed patients, allow direct stabilization of the affected vertebrae. Radiation
therapy represents an important complement to these therapies, as it not only provides
effective pain relief but also frequently achieves recalcification of the lesions, thereby
leading to stabilization.
The results show that therapeutic decisions should always be made individually.
Interdisciplinary collaboration between oncologists, radiologists, orthopedic surgeons,
and radiation oncologists allow the development of an optimal therapeutic concept to
provide patients with the best possible balance between quality of life, complication risk,
and survival prospects. The importance is attached to sagittal balance in decision-making.
This should be considered in therapy planning to ensure the highest possible quality of
life for patients. Therefore various scores (OF classification, AO classification, ASA
classification) should also be considered to balance between benefit and risk.
Lizenz:Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:30.03.2026
Dateien geändert am:30.03.2026
Promotionsantrag am:18.09.2019
Datum der Promotion:18.09.2025
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