Dokument: Untersuchungen zur perioperativen Risikostratifizierung und Prognoseabschätzung bei Patient*innen mit orthotoper Herztransplantation
| Titel: | Untersuchungen zur perioperativen Risikostratifizierung und Prognoseabschätzung bei Patient*innen mit orthotoper Herztransplantation | |||||||
| URL für Lesezeichen: | https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=72177 | |||||||
| URN (NBN): | urn:nbn:de:hbz:061-20260330-165638-4 | |||||||
| Kollektion: | Publikationen | |||||||
| Sprache: | Deutsch | |||||||
| Dokumententyp: | Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Habilitation | |||||||
| Medientyp: | Text | |||||||
| Autor: | Dr. med. M‘Pembele, René [Autor] | |||||||
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| Dewey Dezimal-Klassifikation: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit | |||||||
| Beschreibung: | Die HTX stellt trotz Fortschritten in der medikamentösen Therapie weiterhin die einzige
kurative Therapie der terminalen Herzinsuffizienz dar. Angesichts des Mangels an Spenderorganen ist eine präzise Prognoseabschätzung und Risikostratifizierung von entscheidender Bedeutung. Traditionell wurde der Erfolg einer HTX überwiegend anhand der Mortalität bewertet. Zunehmend gewinnen jedoch patientenzentrierte Endpunkte, die zusätzlich zur Mortalität auch die Lebensqualität der Patienten abbilden können, an Bedeutung. Einer dieser patientenzentrierten Endpunkte ist DAOH. In dieser kumulativen Habilitationsschrift wurden zentrale Risikofaktoren identifiziert, die einen Einfluss auf DAOH bei Patient*innen nach HTX haben. Ein zusätzlicher Fokus lag dabei auf der Rolle postoperativer Organdysfunktionen und der prognostischen Bedeutung postoperativ gemessener Biomarker. Diese Arbeit basiert auf sechs retrospektiven Kohortenstudien, die Patient*innen einschlossen, die sich zwischen 2010 und 2023 am Universitätsklinikum Düsseldorf einer HTX Operation unterzogen haben. Die Datenerhebung erfolgte aus einer prospektiven HTX-Datenbank der Klinik für Herzchirurgie. Diese Datenbank wurde durch gezielte Variablenextraktion aus der digitalen Patientenakte ergänzt. Eine zentrale Rolle spielte die Validierung von DAOH als patientenzentrierter Endpunkt nach HTX. Weitere Untersuchungen analysierten den Einfluss einer Reanimation der Organspender*innen auf die Mortalität und DAOH nach HTX, die Auswirkungen einer VA-ECMO-Therapie bei PGD auf DAOH und Mortalität nach HTX, Risikofaktoren für eine dialysepflichtige AKI nach HTX bei präoperativ erhaltener Nierenfunktion, sowie die prädiktive Rolle von postoperativem Troponin T und postoperativem Albumin für die Mortalität und DAOH nach HTX. Für diese Analysen wurden multivariate Regressionsmodelle und ROC-Analysen verwendet um assoziierte Risikofaktoren zu identifizieren und die prognostischen Wertigkeiten zu untersuchen. Der Endpunkt DAOH wurde in einer retrospektiven Kohorte von HTX Patient*innen validiert. Eine Diabeteserkrankung, eine präoperativ eingeschränkte Nierenfunktion, eine längerer Beatmungsdauer und eine postoperative Dialysepflichtigkeit zeigten in diesem Kontext eine unabhängige Assoziation mit niedrigen DAOH nach HTX. Eine vorherige Reanimation der Organspender*innen zeigte hingegen keinen signifikanten Einfluss auf DAOH oder Mortalität. In der Untersuchung zum Einfluss von VA-ECMO Therapie bei PGD zeigte sich bei HTX Patient*innen, die erfolgreich von der VA-ECMO entwöhnt werden konnten, eine vergleichbare Mortalität zur Kontrollgruppe. Dennoch war die VA-ECMO Therapie mit signifikant niedrigeren DAOH Werten assoziiert. Die Untersuchung zur postoperativen Dialysepflichtigkeit von HTX Patient*innen mit initial erhaltener Nierenfunktion ergab eine Inzidenz von fast 45,6 %. Wesentliche assoziierte Risikofaktoren waren die postoperative Dauer der Noradrenalin-Therapie, sowie ein starker postoperativer Anstieg der Tacrolimus-Plasmakonzentration. Bezüglich der Untersuchungen zu den postoperativ gemessenen Biomarkern zeigte Troponin T, insbesondere 48 Stunden postoperativ, eine starke prognostische und prädiktive Wertigkeit für die 1-Jahres-Mortalität, sowie eine signifikante Assoziation mit niedrigeren DAOH. Ebenso wies postoperatives Serumalbumin unter 2,95 g/dl eine starke Assoziation mit erhöhter Mortalität und reduzierten DAOH auf. Die Erweiterung herkömmlicher Risikomodelle (z. B. IMPACT-Score und den MELD-Score) um Biomarker wie Troponin oder Albumin verbesserte die Vorhersagequalität der etablierten Risikomodelle signifikant. Zusammenfassend identifizierten die vorliegenden Arbeiten DAOH als validen Endpunkt nach HTX, der zum einen von präoperativen Variablen als auch maßgeblich durch postoperative Komplikationen nach HTX beeinflusst wird. DAOH scheint als patientenzentrierter Endpunkt herkömmliche Endpunkte wie die Mortalität gut zu ergänzen, um den Einfluss einer HTX auf das Leben von Patient*innen abzubilden. Weitere Studien werden benötigt, um den Zusammenhang von DAOH und weiteren patientenzentrierten Endpunkten, die die Lebensqualität nach HTX erfassen vollständig zu charakterisieren. Eine perioperative Organdysfunktion wie die PGD und die schwere AKI wurden als relevante Komplikationen identifiziert, die zum einen das Überleben aber auch patientenzentrierte Endpunkte negativ beeinflussen. Folgende Studien sollten sich auf die Entwicklung von Strategien konzentrieren, um das Auftreten dieser Komplikationen zu verhindern. Zusätzlich konnte demonstriert werden, dass postoperative Biomarker wie Troponin und Albumin zur Prognoseabschätzung für die 1-Jahres Mortalität und DAOH beitragen. Diese aus den vorliegenden Arbeiten gewonnenen Erkenntnisse, könnten in Zukunft die Erstellung neuer Risikoprädiktionsmodelle unterstützen und somit die Versorgung von HTX Patient*innen in Deutschland verbessern. | |||||||
| Lizenz: | ![]() Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz | |||||||
| Fachbereich / Einrichtung: | Medizinische Fakultät | |||||||
| Dokument erstellt am: | 30.03.2026 | |||||||
| Dateien geändert am: | 30.03.2026 |

