Dokument: Untersuchungen zur Risikostratifizierung und Prognoseabschätzung bei Patient:innen mit mechanischer Kreislaufunterstützung
| Titel: | Untersuchungen zur Risikostratifizierung und Prognoseabschätzung bei Patient:innen mit mechanischer Kreislaufunterstützung | |||||||
| URL für Lesezeichen: | https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=72176 | |||||||
| URN (NBN): | urn:nbn:de:hbz:061-20260211-111810-2 | |||||||
| Kollektion: | Publikationen | |||||||
| Sprache: | Deutsch | |||||||
| Dokumententyp: | Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Habilitation | |||||||
| Medientyp: | Text | |||||||
| Autor: | Dr.med. Roth, Sebastian [Autor] | |||||||
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| Dewey Dezimal-Klassifikation: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit | |||||||
| Beschreibung: | Die Anwendung von Verfahren der mechanischen Kreislaufunterstützung nimmt stetig zu. Gleichzeitig bleibt die Mortalität konstant hoch und viele Patient:innen erleiden Komplikationen. Eine große Herausforderung besteht somit in einem gezielten Einsatz dieser Verfahren. Hierfür sind geeignete Instrumente zur Risikostratifizierung und Prognoseabschätzung notwendig. Außerdem werden neue Ansätze benötigt, um die hohen Komplikationsraten unter einer laufenden Therapie zu reduzieren. Bei der Bewertung des Therapieerfolgs ist es wichtig, nicht nur die reine Mortalität als Endpunkt heranzuziehen, sondern auch Endpunkte in die Bewertung miteinzubeziehen, die den Einfluss auf das Leben der Patient:innen mitberücksichtigen.
In dieser kumulativen Habilitationsschrift wurden die drei genannten Aspekte (1 Prognoseabschätzung, 2) Ansätze zur Optimierung einer laufenden Therapie und 3) Endpunkte zur Evaluation des Therapieerfolgs aufgegriffen. Insgesamt liegen dieser Arbeit sieben Originalarbeiten zugrunde, davon fünf retrospektive Kohortenstudien, eine prospektive Beobachtungsstudie und eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse. Bezüglich der Prognoseabschätzung wurden drei Biomarker untersucht (Bilirubin, FAR, NLR) und es wurden jeweils Hypothesen aufgestellt, dass diese mit einer erhöhten Mortalität (Bilirubin, NLR) bzw. mit einer erhöhten Rate an thromboembolischen Komplikationen (FAR) assoziiert sind. Im Hinblick auf neue Ansätze zur Optimierung einer laufenden Therapie wurde die Hypothese untersucht, dass DTIs die Rate an Komplikationen sowie die Sterblichkeit im Vergleich mit Heparin reduzieren. Außerdem wurde mit der NIPKA ein potentielles Instrument zur Ersteinschätzung der Hämodynamik in einem stabilen Umfeld außerhalb der Intensivstation untersucht. Hinsichtlich neuerer Endpunkte zur Evaluation des Therapieerfolgs wurden die DAOH in zwei Analysen untersucht. Einerseits wurde versucht, Faktoren zu identifizieren, die mit reduzierten DAOH, aber gleichzeitig nicht mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert sind. Andererseits wurde die Hypothese geprüft, dass Patient:innen mit BTT-LVAD niedrigere DAOH haben als Patient:innen, die ohne LVAD auf ein Herzangebot warten. Die Ergebnisse der durchgeführten Analysen zeigen, dass die drei untersuchten Biomarker zwar alle gemäß multivariater Regressionsanalyse mit einer erhöhten Mortalität (Bilirubin, NLR) bzw. mit einer erhöhten Rate an thromboembolischen Komplikationen assoziiert sind, allerdings jeweils eine nur schwache Diskriminationsfähigkeit für die jeweiligen Endpunkte zeigen. Somit kann eine Anwendung zur Risikostratifizierung und Prognoseabschätzung in der klinischen Praxis eher nicht empfohlen werden. Die Meta-Analyse zu DTIs konnte zeigen, dass DTIs mit weniger Komplikationen sowie einer niedrigeren Sterblichkeit im Vergleich mit Heparin assoziiert sind und somit eine geeignete Alternative im klinischen Alltag darstellen könnten. Die NIPKA hingegen ist zur Evaluation der Hämodynamik nicht geeignet. Bezüglich der DAOH konnten mehrere Faktoren identifiziert werden, die mit signifikant weniger DAOH bei gleichzeitig nicht beeinflusster Sterblichkeit assoziiert sind. Dieser Endpunkt könnte somit eine sinnvolle Ergänzung zur Mortalität darstellen. Die Hypothese, dass BTT-LVAD Patient:innen niedrigere DAOH haben als Patient:innen, die ohne LVAD auf ein Herzangebot warten, konnte nicht bestätigt werden. Zusammenfassend tragen die Ergebnisse dieser kumulativen Habilitationsschrift bzw. die zugrundeliegenden Originalarbeiten Aspekte bei, die in Zukunft in der Versorgung von Patient:innen mit mechanischer Kreislaufunterstützung zur Anwendung kommen könnten. Basierend auf den gewonnen Erkenntnissen befinden sich außerdem derzeit mehrere prospektive Studien in der Rekrutierungsphase und werden hoffentlich zeitnah weitere Beiträge zu einer Verbesserung der Versorgung von Patient:innen mit mechanischer Kreislaufunterstützung leisten können. | |||||||
| Lizenz: | ![]() Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz | |||||||
| Fachbereich / Einrichtung: | Medizinische Fakultät | |||||||
| Dokument erstellt am: | 11.02.2026 | |||||||
| Dateien geändert am: | 11.02.2026 |

