Dokument: Therapieentscheidungen beim hepatozellulären Karzinom: Erkenntnisse aus der TRENDY-Studie
Titel: | Therapieentscheidungen beim hepatozellulären Karzinom: Erkenntnisse aus der TRENDY-Studie | |||||||
URL für Lesezeichen: | https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=68817 | |||||||
URN (NBN): | urn:nbn:de:hbz:061-20250226-102957-9 | |||||||
Kollektion: | Publikationen | |||||||
Sprache: | Deutsch | |||||||
Dokumententyp: | Wissenschaftliche Texte » Artikel, Aufsatz | |||||||
Medientyp: | Text | |||||||
Autoren: | Jazmati, Danny [Autor] Boga-Heggemann, Judit [Autor] Blanck, Oliver [Autor] Krug, David [Autor] | |||||||
Dateien: |
| |||||||
Beschreibung: | Hintergrund der Arbeit
Patient:innen mit einem hepatozellulären Karzinom (HCC) stehen mehrere potenziell kurative Behandlungsoptionen zur Verfügung, darunter Lebertransplantation, Leberresektion und Radiofrequenzablation (RFA; [6]). Bei Betroffenen, die für einen chirurgischen Eingriff oder eine RFA nicht infrage kommen oder diese ablehnen, stellt die Wahl der optimalen Behandlung eine große Herausforderung dar. Die transarterielle Chemoembolisation (TACE) ist zwar als lokale Behandlungsoption für inoperable HCC etabliert, doch die Verbesserung der onkologischen Endpunkte im Vergleich zu einer rein supportiven Therapie bleibt moderat [1]. Vielversprechende Ergebnisse konnten mit der stereotaktischen Strahlentherapie (SBRT) bei inoperablem oder rezidivierendem HCC erreicht werden [2, 7, 8]. Nichtsdestotrotz gibt es nur wenige vergleichende Studien zwischen SBRT und TACE, was eine Abwägung der Chancen und Risiken für den individuellen Patienten limitiert. Aus diesem Grund ist ein direkter Vergleich dieser beiden Behandlungsmodalitäten wünschenswert und wurde von den Autoren der vorliegenden Studie adressiert. Studiendesign/Methode Diese multizentrische prospektive Phase-II-Studie vergleicht randomisiert die onkologische Wertigkeit zwischen der transarteriellen Chemoembolisation mit „drug-eluting beads“ (TACE-DEB) und der stereotaktischen Strahlentherapie (SBRT) bei Patient:innen mit HCC, die für eine Operation oder Ablation nicht infrage kamen. Einschlusskriterien waren ein bildgebend gesichertes HCC mit ein bis drei Läsionen und einem kumulativen Durchmesser von ≤ 6 cm, wobei maximal eine Leberzirrhose im Stadium Child-Pugh A bestehen durfte. Bei der TACE-DEB wurden mit Doxorubicin beladene Mikrosphären verabreicht, wobei eine Wiederholung der Applikation möglich war (3 von insgesamt 16 Patient:innen). Bei der SBRT wurde, entsprechend dem kanadischen Protokoll, eine risikoangepasste Dosis von 6 × 8–9 Gy verschrieben. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zur Progression (TTP). Gezeigt werden sollte eine Verbesserung der TTP von 16 Monate mit DEB-TACE auf 36,5 Monate mit SBRT (Hazard Ratio [HR] 0,438). Sekundäre Endpunkte waren die lokale Kontrolle, das Gesamtüberleben, die Ansprechrate, die Toxizität und die Lebensqualität. Die Studie sah vor, dass 100 Patienten rekrutiert werden sollten, welche gleichmäßig auf die beiden Behandlungsarme verteilt wurden. Leider wurde die Studie wegen unzureichender Rekrutierung frühzeitig geschlossen. Ergebnisse Zwischen dem 1. Mai 2015 und dem 14. April 2020 wurden insgesamt 30 Patienten in die Studie eingeschlossen, von denen 28 in die Auswertung eingingen. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 28,1 Monate. Die Ansprechraten betrugen 81 % für TACE-DEB und 92 % für SBRT. Es gab einen numerischen Vorteil der SBRT hinsichtlich der TTP (18,8 vs. 12,0 Monate; HR 0,45; p = 0,15). Darüber hinaus betrug die mediane Zeit bis zum Lokalrezidiv für TACE-DEB 12 Monate, während sie für SBRT nicht erreicht wurde (> 40 Monate; HR 0,15; p = 0,075). Für beide Endpunkte zeigte sich jedoch keine statistische Signifikanz. In einer Post-hoc-Analyse, bei der Patienten, die in der SBRT-Gruppe nicht gemäß dem Protokoll behandelt wurden, ausgeschlossen wurden, zeigte sich mit einer LC-Rate von 100 % eine signifikante Überlegenheit der SBRT (stratifizierter Log-Rang-Test, p = 0,019). Bei der TACE-DEB wurden drei Fälle von behandlungsbedingter Grad-3-Toxizität berichtet, während bei der SBRT keine Grad-3-Toxizität festgestellt wurde. Die Lebensqualität blieb in beiden Gruppen stabil. Hinsichtlich des Gesamtüberlebens fand sich kein signifikanter Unterschied. Schlussfolgerung der Autoren Die SBRT zeigte im Vergleich zur TACE-DEB eine höhere lokale antitumorale Aktivität ohne Nachteile im Hinblick auf Toxizität, Lebensqualität oder Überleben. Die Autoren betonen, dass internationale und interdisziplinäre Kollaborationen wünschenswert sind, um die Herausforderung der begrenzten Patientenzahl zu bewältigen. | |||||||
Rechtliche Vermerke: | Originalveröffentlichung:
Jazmati, D., Boda-Heggemann, J., Blanck, O., & Krug, D. (2023). Therapieentscheidungen beim hepatozellulären Karzinom: Erkenntnisse aus der TRENDY-Studie. Strahlentherapie und Onkologie, 199(10), 954–956. https://doi.org/10.1007/s00066-023-02140-3 | |||||||
Lizenz: | ![]() Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz | |||||||
Fachbereich / Einrichtung: | Medizinische Fakultät | |||||||
Dokument erstellt am: | 26.02.2025 | |||||||
Dateien geändert am: | 26.02.2025 |