Dokument: Das politische Leben und Wirken des KPD/DKP-Politikers Karl Schabrod in der Bundesrepublik

Titel:Das politische Leben und Wirken des KPD/DKP-Politikers Karl Schabrod in der Bundesrepublik
Weiterer Titel:The political life and work of the KPD / DKP politician Karl Schabrod in Federal Republic of Germany
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20211129-111717-9
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Lehmann, Rene [Autor]
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Dateien vom 26.11.2021 / geändert 26.11.2021
Stichwörter:KPD, Schabrod, Instrukteur
Dewey Dezimal-Klassifikation:900 Geschichte und Geografie
Beschreibung:Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der politischen Biographie Karl Schabrods. Dabei stellt sie sich die Frage, wie hat Karl Schabrod als Kommunist nach 1945 in Westdeutschland Politik gemacht?
Karl Schabrod (geb. 19. Oktober 1900) war gelernter Tischler (1915 – 1918), der sich in den 1920er Jahren zahlreichen politischen Gruppierungen anschloss: Freie Gewerkschaften und Holzarbeiterverband (1920), Monistische Jugend (1920), SPD (1922), KPD (1924). Anfang der 1930er Jahre entwickelte er sich zum Berufsfunktionär in Düsseldorf. Die Zeit des Nationalsozialismus erlebte er bis auf wenige Monate im Gefängnis, da er 1934 zu lebenslänglicher Haft wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt worden war.
Nach Kriegsende nahm er seine politische Tätigkeit für die Partei wieder auf. Er bemühte sich erfolgreich, die kommunistische Tageszeitung „Freiheit“ wieder ins Leben zu rufen und wurde leitender Redakteur sowie Lizenzträger. Ab September 1946 wurde er Mitglied des 1. Ernannten Landtags von NRW und saß bis zum Scheitern der KPD an der 5% Hürde 1954 im Landtag. Als Fraktionsvorsitzender arbeitete er im besonderen Maße an der Ausarbeitung der Landesverfassung mit. Bis zum KPD-Verbot 1956 war Schabrod auch Ratsmitglied der Stadt Düsseldorf.
Nachdem Parteiverbot versuchte Karl Schabrod, weiterhin Politik zu machen und zwar als unabhängiger Kandidat. So gab er ab 1958 eine eigene Halbmonatsschrift (Freie Meinung) heraus und stellte sich 1958 zur Landtagswahl und ebenso 1961 zur Bundestagswahl. Dieses Engagement hatte schwerwiegende Folgen. Hinter beiden Kandidaturen und der neuen Zeitschrift stand der Vorwurf der Geheimbündelei und Fortführung der illegalen KPD. Schabrod erhielt 1959 eine Bewährungsstrafe, die Zeitschrift wurde 1960 vom NRW-Justizminister verboten und für die Kandidatur zur Bundestagswahl wurde Schabrod zu 2 Jahren Haft verurteilt.
Schabrod setzte sich juristisch gegen die Urteile zur Wehr und bekam teilweise in höheren Instanzen Recht zugesprochen. Dennoch war er durch Haftstrafen und Begleitstrafen (Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte, Aberkennung des Verfolgtenstatus und Berufsverbot als Redakteur und Verleger) zeitweise stark eingeschränkt. Nach Aufhebung des Berufsverbotes gab er einige Schriften heraus, die sich mit dem Arbeiterwiderstand im 3. Reich beschäftigen. 1967 war er Mitbegründer des Initiativausschusses zur Wiederzulassung der KPD. Bei Gründung der DKP trat Schabrod in die Partei ein.
Karl Schabrod starb am 31. März 1981 an den Folgen eines Gehirntumors.
Lizenz:In Copyright
Urheberrechtsschutz
Bezug:1945 - 1981
Fachbereich / Einrichtung:Philosophische Fakultät » Historisches Seminar » Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte (VII)
Dokument erstellt am:29.11.2021
Dateien geändert am:29.11.2021
Promotionsantrag am:25.03.2021
Datum der Promotion:26.10.2021
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