Dokument: Der Einfluss der transkraniellen Gleichstromstimulation über dem linken posterioren parietalen Kortex auf die frühe Konsolidierungsphase einer motorischen Sequenz

Titel:Der Einfluss der transkraniellen Gleichstromstimulation über dem linken posterioren parietalen Kortex auf die frühe Konsolidierungsphase einer motorischen Sequenz
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=53257
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20200525-143733-2
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Moshiri, Geraldine [Autor]
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Dateien vom 19.05.2020 / geändert 19.05.2020
Beitragende:Prof. Dr. phil. Pollok, Bettina [Gutachter]
Dr. Wölwer, Wolfgang [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen:Die vorliegende Arbeit untersucht den funktionellen Beitrag des linken posterioren parietalen Kortex (PPC) für implizites motorisches Lernen. Das Erlernen motorischer Fähigkeiten ist durch einen initialen Lernzuwachs charakterisiert, bevor das Gelernte in der Konsolidierungsphase stabilisiert wird. Die Konsolidierung motorischer Fähigkeiten ist (i) durch eine geringere Interferenzanfälligkeit gegenüber ähnlichen Bewegungsmustern sowie (ii) durch eine weitere Verbesserung des Gelernten in Trainingspausen, sogenanntes Offline Lernen, gekennzeichnet. Bildgebende Arbeiten weisen darauf hin, dass der PPC als bedeutende Struktur in der senso-motorischen Integration für motorisches Lernen relevant sein könnte. Zur Untersuchung motorischen Sequenzlernens stellt die serielle Reaktionszeitaufgabe (engl.: Serial Reaction Time Task (SRTT)) ein Standardparadigma dar. Als Ausdruck motorischen Lernens kommt es bei der wiederholten Ausführung einer Sequenz zu einer Abnahme der Reaktionszeiten, die bei einer randomisierten Kontrollbedingung nicht zu beobachten ist. In dieser Arbeit führten 18 gesunde Probanden/ innen eine SRTT durch. Nach Ende des Trainings wurde die transkranielle Gleichstromstimulation (engl.: transcranial direct current stimulation (tDCS)) für 10 Minuten mit einer Stromstärke von 0,25 mA mit anodaler und kathodaler Polarität appliziert. Eine Scheinstimulation diente als Kontrollbedingung. Die tDCS erlaubt die non invasive Modulation der kortikalen Exzitabilität. Die Kombination mit Verhaltensmaßen bietet die Möglichkeit, den funktionellen Beitrag des stimulierten Areals für das untersuchte Verhalten zu charakterisieren. Nach Beendigung der tDCS und nach einer Pause von 30 Minuten wurde Offline Lernen und Interferenzanfälligkeit der gelernten Sequenz untersucht. Die Datenanalyse zeigte signifikant schnellere Reaktionszeiten im Verlauf der SRTT in der sequentiellen im Gegensatz zur randomisierten Bedingung. Die Methode war somit geeignet, Sequenzlernen zu induzieren. Nach Applikation der tDCS zeigten sich weder auf die Interferenzanfälligkeit noch auf das Offline Lernen signifikante polaritätsspezifische Effekte. Diese Ergebnisse widersprechen der Annahme, dass der PPC kausal in die Konsolidierung einer motorischen Sequenz eingebunden ist.

The present study investigates the effect of transcranial direct current stimulation (tDCS) applied to the left posterior parietal cortex (PPC) on implicit motor sequence learning. Learning of new motor skills is essential for a variety of everyday activities and is characterized by initial rapid improvement of task performance followed by its consolidation. Consolidation of motor skills is characterized by (i) reduced susceptibility to interference with respect to similar movement patterns and (ii) further improvement of the newly learned motor pattern in training-free intervals, the so-called offline-improvement. The PPC as a core structure in sensory-motor integration has been suggested to be relevant for motor learning. To study motor sequence learning, the serial reaction time task (SRTT) has been established. In the present study 18 healthy volunteers were trained on a SRTT. Immediately after the training, tDCS was applied for 10 minutes at 0.25 mA current intensity with anodal and cathodal polarity. Sham stimulation served as control condition. TDCS allows the modulation of cortical excitability. Behavioural effects associated with tDCS allow an estimation of the functional significance of the stimulated brain area for a certain task. Immediately after tDCS, as well as after a break of 30 minutes, susceptibility to interference as well as offline-improvement were investigated. The analysis showed significantly faster reaction times in sequential as opposed to random trials at the end of the SRTT suggesting successful motor sequence learning. Since neither susceptibility to interference nor offline-improvement were significantly modulated by tDCS, the data do not support the hypothesis that the PPC is causally involved in motor sequence consolidation.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:25.05.2020
Dateien geändert am:25.05.2020
Promotionsantrag am:03.12.0019
Datum der Promotion:14.05.2020
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