Dokument: Rudolf Schmidt-Wetter (1919-1978), ein rheinischer Apotheker der pharmazeutischen Praxis, und sein Hauptwerk "Vademecum für Pharmazeuten" als Spiegel der Entwicklung praktischer Pharmazie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Titel:Rudolf Schmidt-Wetter (1919-1978), ein rheinischer Apotheker der pharmazeutischen Praxis, und sein Hauptwerk "Vademecum für Pharmazeuten" als Spiegel der Entwicklung praktischer Pharmazie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20200310-101844-0
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor:Dr. Gozic, Daniela [Autor]
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Dateien vom 16.02.2020 / geändert 16.02.2020
Beitragende:Prof. Dr. Leimkugel Frank [Betreuer/Doktorvater]
Prof. Dr. Kleinebudde, Peter [Gutachter]
Prof. Dr. Müller-Jahncke, Wolf-Dieter [Gutachter]
Stichwörter:Vademecum, Schmidt-Wetter, Pharmazie, Offizin
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Der Apotheker Rudolf Schmidt-Wetter wurde am 13. März 1919 in Krefeld als ältester von drei Söhnen geboren. Seine im Jahr 1942 begonnene pharmazeutische Ausbildung, die er kriegsbedingt mehrfach unterbrechen musste, schloss er im November 1948 mit der pharmazeutischen Prüfung ab. Nach einigen Jahren der Tätigkeit als angestellter Apotheker in Krefeld pachtete er 1955 die Kölner Schwanen-Apotheke, bis er 1957 schließlich die Sonnen-Apotheke in Krefeld eröffnete. Obwohl er Offizinpharmazeut mit Leib und Seele war, füllte ihn dies doch nicht vollständig aus. Zwei Jahre nach Beendigung seines Studiums begann er, sich standespolitisch zu engagieren, war zunächst stellvertretender Kreisapotheker, später Mitglied des Vorstandes der Apothekerkammer Nordrhein, dessen Vizepräsidentschaft er zudem von 1953 bis 1957 innehatte, und wirkte als Vorsitzender des Satzungsausschusses der Kammer. Ein Schwerpunkt seiner standespolitischen Beschäftigung waren die rechtlichen Bestimmungen zur Abgabe von Arzneimitteln, wobei er stets seinen Blickwinkel eines in der pharmazeutischen Praxis beheimateten Offizinapothekers herausstellte. Insbesondere setzte er sich für eine bundesweite Vereinheitlichung der Abgabebedingungen ein.
Rudolf Schmidt-Wetter ist Autor von drei Hauptwerken. Das bedeutendste ist das 1947 erstmals erschienene „Vademecum für Pharmazeuten“, das seit 2017 in 19. Auflage erhältlich ist. Das Werk sollte zum ständigen Begleiter seiner Leser im Berufsalltag werden (vade mecum (lat.) = geh mit mir) und versuchte, praxisrelevante Informationen zusammenzustellen, die ansonsten nicht in kompilierter und übersichtlicher Form zur Verfügung standen. Es nimmt gleichsam eine Sonderstellung in der pharmazeutischen Literatur ein. Da es keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, kann es nicht als Handbuch bezeichnet werden. Ebenso wenig handelt es sich um einen Leitfaden, der in ein Wissensgebiet einführt. Denn um ein „Vademecum“ optimal nutzen zu können, sollte man bereits gewisse Vorkenntnisse auf dem behandelten Gebiet besitzen. Auch fehlt ihm der Lehrbuchcharakter. Vielmehr ist es ein „Lernbuch“, wie der Autor selber sagt, und eben ein „Vademecum“, das den Teil des pharmazeutischen Wissens bündelt, der in der beruflichen Praxis regelmäßig von Bedeutung ist und anderweitig „[...] nur sehr verstreut und unübersichtlich zu finden ist [...].“
Eine Betrachtung der Entwicklung der einzelnen Auflagen zeigt, dass diese zu einem gewissen Maße die Weiterentwicklung der Pharmazie (Wissenschaft, Praxis, rechtliche Rahmenbedingungen), aber auch den technischen Fortschritt widerspiegeln. Die Veränderungen, denen das Berufsbild des Apothekers im 20. Jahrhundert unterworfen war, werden sichtbar. So manifestiert sich beispielsweise der Bedeutungswandel der Rezeptur durch die Industrialisierung der Arzneimittelherstellung, die das Selbstbild der Apotheker in Bezug auf eine neue, stärker auf die Beratung statt Arzneibereitung ausgerichtete Aufgabenfindung beeinflusste.
Fachbereich / Einrichtung:Mathematisch- Naturwissenschaftliche Fakultät » WE Pharmazie
Dokument erstellt am:10.03.2020
Dateien geändert am:10.03.2020
Promotionsantrag am:13.03.2019
Datum der Promotion:12.04.2019
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