Dokument: Sozioökonomische Position und depressive Störungen. Die Rolle von Erwerbs- und Arbeitsbedingungen

Titel:Sozioökonomische Position und depressive Störungen. Die Rolle von Erwerbs- und Arbeitsbedingungen
Weiterer Titel:Socioeconomic position and depressive disorders. The role of employment and working conditions
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=49490
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20190503-141856-7
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Hoven, Hanno [Autor]
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Dateien vom 03.05.2019 / geändert 03.05.2019
Beitragende:Prof. Dr. Dragano, Nico [Gutachter]
Prof. Dr. Meisenzahl-Lechner, Eva [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen:Je niedriger die sozioökonomische Position eines Menschen, desto höher ist sein Risiko für depressive Störungen. Dieser Zusammenhang wird als sozialer Gradient der Gesundheit bezeichnet und ist gut beschrieben. Die genauen Ursachen und Wirkungsmechanismen bleiben jedoch unklar. In dieser Dissertation wird der Beitrag von Belastungen im Berufsleben zur Erklärung dieses Zusammenhanges untersucht. Zwei Perspektiven bei der Analyse von Belastungen im Berufsleben werden dabei integriert: psychosoziale Arbeitsbelastungen sowie ihre Einbettung in individuelle Erwerbsverläufe. Zunächst stellt ein systematisches Review den Forschungsstand dar und
identifiziert Forschungslücken. Darauf aufbauend wird in Pfadanalysen mit Prospektivdaten des Surveys of Health, Ageing, and Retirement in Europe (SHARE) der Beitrag von psychosozialen Arbeitsbelastungen (Anforderungs-
Kontroll-Modell und Modell beruflicher Gratifikationskrisen) bei der Erklärung des Zusammenhangs zwischen sozioökonomischer Position (beruflicher Status und berufliche Klasse) und depressiven Störungen untersucht. Anschließend
werden, basierend auf Retrospektivdaten der SHARE-Studie, in
multinominalen Regressionsanalysen Zusammenhänge zwischen dem beruflichen Qualifikationsniveau als Maß für berufliche Position und späteren Erwerbsverläufen analysiert. Es kann gezeigt werden, dass psychosoziale Arbeitsbelastungen einen Teil des Zusammenhangs zwischen der sozioökonomischen Position eines Menschen und des Risikos depressiver Störungen erklären. Dabei haben insbesondere Erwerbsverläufe, die durch einen frühen Arbeitsmarktaustritt charakterisiert sind, und diskontinuierliche Erwerbsverläufe ihren Ursprung in niedrigeren sozioökonomischen Positionen während früherer Phasen des Lebenslaufs. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Erwerbs- und Arbeitsbedingungen als Mediator in der Beziehung zwischen sozioökonomischer Position und depressiven Störungen fungieren und damit einen Teil des sozialen Gradienten depressiver Störungen erklären. Für die
Gesundheitsprävention kann schließlich vermutet werden, dass die Priorisierung von niedrigeren beruflichen Gruppen im Rahmen von Interventionsmaßnahmen den sozialen Gradienten verringern könnte.

The lower people’s socioeconomic position, the higher the risk of elevated depressive disorders. This association is described as social gradient in health and is well-documented. The specific causes and mechanisms however, remain unclear. This dissertation investigates the role of occupational burden to explain this relationship. Two perspectives are integrated: Psychosocial working conditions and their embeddedness in individual employment histories. To begin with, a systematic review documents existing evidence and identifies research gaps. Further, the role of psychosocial working conditions (demand control model and the model of effort-reward imbalance) in the association between socioeconomic position (occupational status and occupational class) and depressive disorders is investigated, using path analyses based on
prospective data of the Survey of Health, Ageing, and Retirement in Europe (SHARE). The associations between skill level as measure of socioeconomic position and later employment histories are analysed by using multinomial regression analysis based on retrospective data of the SHARE-Study. The results
indicate that psychosocial working conditions explain parts of the association between socioeconomic position and the risk of depressive disorders. This dissertation further shows that employment histories, and in particular those characterized by an early exit from the labour market and discontinuous histories, have their origin in lower socioeconomic positions at earlier phases of the life course. Taken together, the findings of this dissertation indicate that employment and working conditions have a mediating role for the association between socioeconomic position and depressive disorders and explain parts of the relationship. For health prevention, the results suggest, that prioritising lower occupational groups in intervention programs may contribute to reduce
the social gradient in health.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät » Institute » Institut für Medizinische Soziologie
Dokument erstellt am:03.05.2019
Dateien geändert am:03.05.2019
Promotionsantrag am:11.09.2018
Datum der Promotion:25.04.2019
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