Dokument: Kritik der liberalen Eugenik: Ethik und Ideengeschichte der selektiven Reproduktion

Titel:Kritik der liberalen Eugenik: Ethik und Ideengeschichte der selektiven Reproduktion
Weiterer Titel:Critique of Liberal Eugenics: The Ethics and History of Selective Reproduction
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20180410-084633-5
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Ranisch, Robert [Autor]
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Dateien vom 05.04.2018 / geändert 05.04.2018
Beitragende:Prof. Dr. Dr. h.c. Birnbacher, Dieter [Betreuer/Doktorvater]
Prof. Dr. Potthast, Thomas [Betreuer/Doktorvater]
Stichwörter:Liberale Eugenik, Medizinethik, Bioethik, Genetik, Gendiagnostik, selektive Reproduktion, enhancement, genetic enhancement, Präimplantationsdiagnostik, non-identity Problem, Lebensqualität, Fortpflanzungsfreiheit, reproduktive Freiheit, reproduktive Selbstbestimmung, intergenerationale Gerechtigkeit, Embryonen, Embryoselektion, CRISPR, genome editing, Neutralismus, Perfektionismus, Liberalismus, Konsequentialismus, Risikoethik, Risiko
Dewey Dezimal-Klassifikation:100 Philosophie und Psychologie
Beschreibungen:Entwicklungen der Gendiagnostik und Reproduktionsmedizin ermöglichen es Wunscheltern immer weiter auf das Erbgut ihrer zukünftigen Nachkommen Einfluss zu nehmen. Eine solche „liberale Eugenik“ wird mittlerweile auch in Teilen der Philosophie und Bioethik befürwortet. Wo liegen aber die Ursprünge eines solchen Denkens und wie ist eine umfassende Fortpflanzungsfreiheit zu bewerten? Ausgehend von einer liberalen Perspektive leistet die Dissertation eine immanente Kritik der liberalen Eugenik und entwirft eigene Positionen zum Umgang mit neuen gendiagnostischen Möglichkeiten.
Der erste Teil erörtert die Geschichte des liberal-eugenischen Denkens. Dabei zeigen sich mit Blick auf die Herausbildung der Bio- bzw. Medizinethik eine erstaunliche Kontinuität von eugenischem Denken in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im zweiten Teil werden Merkmale der liberalen Eugenik rekonstruiert sowie das Konzept der reproduktiven Freiheit vertiefend diskutiert. Im Zentrum steht hier die Frage nach den politischen und ethischen Voraussetzungen einer liberalen Eugenik. Im dritten Teil werden schließlich die Grenzen der Fortpflanzungsfreiheit vermessen. Hierzu werden mit den Kategorien der Selbstbestimmung und Lebensqualität der Nachkommen zwei wesentliche Werte der liberalen Moral verhandelt. Unter Berücksichtigung von risikoethischen Überlegungen sowie einer Analyse des moralischen Status von zukünftigen Personen fokussiert der vierte Teil auf eine Prüfung von Prinzipien der reproduktiven Entscheidungsfindung, die Kinderwunschpaare anleiten sollen.

Developments in genetic diagnostics and reproductive medicine allow prospective parents to influence the genetic make-up of their future offspring to an increasing degree. Such “liberal eugenics” are supported by certain philosophers and bioethicists too. But where do the origins of this mindset lie and how must such a comprehensive concept of reproductive freedom be evaluated? Approaching these questions from a liberal point of view, this dissertation provides an immanent critique of liberal eugenics and presents own positions for dealing with the new possibilities opening up through genetic diagnostics.
The first part explores the history of liberal-eugenic thinking. With a view to the evolvement of biomedical ethics, an astounding continuity regarding eugenic mindsets can be observed for the second half of the twentieth century. In the second part, the characteristics of liberal eugenics are reconstructed and the concept of reproductive freedom is discussed. The focus lies on the political and ethical conditions which foster liberal eugenics. The third part deals with the limits of reproductive freedom. Two integral values of a liberal moral stance are discussed: self-determination and quality of life of the respective descendants. Taking insights from the ethics of risk into account as well as an analysis of the moral status of future persons, the fourth part contains an evaluation of the principles of reproductive decision-making, which are meant to serve parents who wish for a child.
Fachbereich / Einrichtung:Philosophische Fakultät » Philosophisches Institut
Dokument erstellt am:10.04.2018
Dateien geändert am:10.04.2018
Promotionsantrag am:14.08.2017
Datum der Promotion:17.01.2018
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