Dokument: Systematische Zweitsuche nach Vorhofflimmern während der neurologischen Schlaganfallrehabilitation

Titel:Systematische Zweitsuche nach Vorhofflimmern während der neurologischen Schlaganfallrehabilitation
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=41613
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20170323-114930-8
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Petsch, Sebastian [Autor]
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Dateien vom 21.03.2017 / geändert 21.03.2017
Beitragende:Prof. Dr. Alfons Schnitzler [Gutachter]
Jander, Sebastian [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Vorhofflimmern – vorübergehendes oder chronisches - ist die häufigste Herzrhythmusstörung und oft Ursache schwerer ischämischer Hirninfarkte. Medikamentöse Antikoagulation bietet hier einen hohen Schutz vor Rezidivinfarkten. Zu den standardmäßigen Detektionsmethoden gehört das Langzeit-Elektrokardiogramm (LZ-EKG).
In der vorliegenden Studie wurde prospektiv geprüft, ob eine über die akute schlaganfallmedizinische Diagnostik hinausgehende mindestens 24-stündige Elektrokardiographie während der neurologischen Anschlussrehabilitation nach Schlaganfall die Detektionsrate von Vorhofflimmern maßgeblich erhöht. Hierfür wurden 508 Patienten, die zwischen August 2012 und April 2014 mit der Diagnose Schlaganfall zur Rehabilitation in die St. Mauritius Therapieklinik in Meerbusch aufgenommen wurden, untersucht. Als Kontrollgruppe wurden 100 Patienten mit der Diagnose Hirnblutung ohne vorbekanntes Vorhofflimmern und ohne effektive Antikoagulation in die Studie aufgenommen. Von 508 Patienten bestand bei 206 Patienten die Diagnose Vorhofflimmern. Unter den übrigen 302 Patienten ohne vorbekanntes Vorhofflimmern wurde bei 20 Patienten (7%) Vorhofflimmern neu diagnostiziert. Unter den 100 Patienten mit der Diagnose Hirnblutung wurde in 2 Fällen (2%) bislang nicht bekanntes Vorhofflimmern diagnostiziert.
Bei einer Genese durch Vorhofflimmern kann das Risiko für einen Wiederholungsschlaganfall durch Antikoagulation um mehr als 60% gesenkt werden. Bei einer Schlaganfallrezidivrate von bis zu 19% bedeutet die hier nachgewiesene Detektionswahrscheinlichkeit, dass während der stationären Schlaganfallrehabilitation nur 25 Patienten per LZ-EKG untersucht werden müssten, um bei einem der Betroffenen nach Initiierung einer Antikoagulation pro 5 Jahre einen Schlaganfall zu verhindern. Langzeitige Elektrokardiographie sollte daher in der Neurorehabilitation nach Schlaganfall zum Standard erhoben werden.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:23.03.2017
Dateien geändert am:23.03.2017
Promotionsantrag am:30.03.2015
Datum der Promotion:14.03.2017
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