Dokument: Verlangsamung kortikaler oszillatorischer Aktivität bei Hepatischer Enzephalopathie

Titel:Verlangsamung kortikaler oszillatorischer Aktivität bei Hepatischer Enzephalopathie
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20170124-082758-5
Kollektion:Publikationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Habilitation
Medientyp:Text
Autor:PD Dr. Butz, Markus [Autor]
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Dateien vom 23.01.2017 / geändert 23.01.2017
Stichwörter:Magnetenzephalographie, Hepatische Enzephalopathie, Oszillationen, CFF, MEG, HE, Hirnforschung, Bildgebende Verfahren
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Die oszillatorische Aktivität des menschlichen Gehirns wird als ein entscheidender Mechanismus für die funktionelle Interaktion innerhalb und zwischen verschiedenen Hirnarealen betrachtet und kann mithilfe der Magnetenzephalographie (MEG) nicht-invasiv untersucht werden. Für verschiedene neurologische und psychiatrische Erkrankungen wie den Morbus Parkinson und die Schizophrenie konnte bereits gezeigt werden, dass es zu charakteristischen Veränderungen der oszillatorischen Aktivität im Krankheitsverlauf kommt, die eng mit der jeweiligen Symptomatik assoziiert sind.
Die in dieser Arbeit zusammengefassten Studien untersuchen oszillatorische Aktivität im Rahmen der Hepatischen Enzephalopathie (HE), einer Hirnleistungseinschränkung aufgrund einer mangelnden Leberfunktion bei Patienten mit Leberzirrhose.
Als charakteristische Veränderungen der oszillatorischen Aktivität bei HE konnte eine globale Verlangsamung über zerebrale Subsysteme und Frequenzbereiche hinweg beschrieben werden. Im Alpha-Band (8-12 Hz) zeigte sich neben einer Verlangsamung der Spontanaktivität im okzipitalen Kortex eine Verlangsamung der stimulusassoziierten, oszillatorischen Aktivität im primären somatosensorischen Kortex nach elektrischer Stimulation des Nervus medianus. Für das Beta-Band (15-30 Hz) konnte beschrieben werden, dass die funktionelle Interaktion im motorischen System verlangsamt ist und dass es pathophysiologische Gemeinsamkeiten bei der Entstehung der sogenannten Mini-Asterixis und der Asterixis gibt. Auch im Gamma-Band (30-100 Hz) wurde eine Verlangsamung der oszillatorischen Aktivität im visuellen Kortex im Rahmen von Aufmerksamkeitsaufgaben demonstriert. Die sogenannte Kritische Flimmerfrequenz (Critical Flicker Frequency, CFF) diente dabei als Maß für die Schwere der HE und korrelierte eng mit den in dieser Arbeit beschrie-benen Veränderungen der oszillatorischen Aktivität.
Insgesamt unterstützen die hier zusammengefassten Ergebnisse die Annahme, dass die Verlangsamung kortikaler oszillatorischer Aktivität ein zentrales Phänomen bei HE ist, das in verschiedenen Frequenzbändern und Subsystemen des Gehirns beobachtet werden kann. Somit kann im Rahmen der HE exemplarisch untersucht werden, wie sich oszillatorische Aktivität bei sich graduell verschlechternder Hirnleistung verändert und mit der Symptomatik zusammenhängt. Zudem unterstüt-zen diese Befunde, dass die CFF ein aussagekräftiger klinischer Parameter ist, um die verminderte Leistungsfähigkeit des Gehirns bei HE-Patienten zu quantifizieren.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät » Institute » Institut für Medizinische Psychologie
Dokument erstellt am:24.01.2017
Dateien geändert am:24.01.2017
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