Dokument: Autonome Neuropathie bei chronischen Lebererkrankungen sowie autonome Neuropathie und hepatische Enzephalopathie vor und nach Anlage eines Transjugulären Intrahepatischen Portosystemischen Stent-Shunts (TIPSS)

Titel:Autonome Neuropathie bei chronischen Lebererkrankungen sowie autonome Neuropathie und hepatische Enzephalopathie vor und nach Anlage eines Transjugulären Intrahepatischen Portosystemischen Stent-Shunts (TIPSS)
Weiterer Titel:Autonomic Neuropathy in Chronic Liver Disease and Autonomic Neuropathy and Hepatic Encephalopathy before and after Implantation of a Transjugular Intrahepatic Portosystemic Stent-Shunt (TIPSS)
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=3920
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20070412-070848-4
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Wessel, Martina [Autor]
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Dateien vom 06.04.2007 / geändert 11.04.2007
Beitragende:Prof. Dr. med. Frieling, Thomas [Gutachter]
PD Dr. med. Erhardt, Andreas [Gutachter]
Stichwörter:Autonome Neuropathie, hepatische Enzephalopathie, chronische Lebererkrankungen, Hepatitis C, Leberzirrhose, TIPSS, TIPS, Transjugulärer Intrahepatischer Portosystemischer Stent-Shunt, Herzfrequenzvarianzanalyse, Pupillometrie, psychometrische Testung
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:In der vorliegenden Studie wurden insgesamt 87 Patienten mit Hepatitis C ohne fortgeschrittenen Leberparenchymumbau und Patienten mit Leberzirrhose im Child-Stadium A, B und C hinsichtlich ihrer autonomen Nervenfunktion untersucht. Hierbei gingen folgende Untersuchungen ein: Ruhe-EKG-Powerspektrum, Respiratorische Sinusarrhythmie, Valsalva-Manöver, Ewing-Test und die Pupillometrie.

Die vorliegenden Ergebnisse belegen die erhöhte Prävalenz autonomer Funktionsstörungen bereits bei Patienten im frühen Stadium einer chronischen Lebererkrankung ohne fortgeschrittenen Leberparenchymumbau. Bei diesen Hepatitis-C-Patienten zeigten sich im Mittel 0,4 pathologische Tests pro Patient. Die Patienten mit einer Leberzirrhose Child A zeigten mit durchschnittlich 2,1 pathologischen Tests pro Patient eine deutlich größere Zahl. Während demnach die autonome Dysfunktion bei Patienten mit Leberzirrhose im Vergleich häufiger auftrat, konnte keine signifikante Abhängigkeit der autonomen Dysfunktion von der Schwere der Leberzirrhose nachgewiesen werden (Child-B-Zirrhose 2,3 und Child-C-Zirrhose 2,4 Tests pro Patient im Durchschnitt).

Von den 56 Zirrhosepatienten erhielten 18 Patienten eine TIPSS-Anlage. Hierbei hatte die Anlage des TIPSS im Untersuchungszeitraum keinen eindeutigen Einfluss auf die autonome Funktion dieser Patienten. So war die durchschnittliche Anzahl pathologischer Tests pro Patient unmittelbar post-TIPSS bei 17 der 18 Patienten mit 2,2 vergleichbar geblieben, dann jedoch mindestens acht Tage nach der Intervention auf 1,0 pathologische Tests pro Patient (bei nur 4 der 18 Patienten) gesunken.
Diese Ergebnisse sind aufgrund der kleinen Fallzahl und aufgrund des engen Zeitfensters vorsichtig zu interpretieren, interessant wären Kontrolluntersuchungen nach mehreren Monaten.

Neben der autonomen Funktionsdiagnostik wurden bei den TIPSS-Patienten zusätzlich psychometrische Tests zur Evaluation der hepatischen Enzephalopathie durchgeführt: ZVT-A (Zahlenverbindungstest A), ZVT-B (Zahlenverbindungstest B), PKT (Kreise punktieren), ZST (Zahlensymboltest) sowie der LNT (Liniennachfahrtest).

Auch hier zeigte sich keine Verschlechterung der Testergebnisse durch die TIPSS-Anlage unmittelbar nach sowie mindestens 8 Tage nach der Intervention. Während sich vor der Intervention insgesamt 6 pathologische Einzeltests bei 11 Patienten fanden, fanden sich unmittelbar nach TIPSS-Anlage 2 bei 10 und mindestens 8 Tage später 0 bei 3 Patienten. Da es sich hier ebenfalls um eine kleine Fallzahl und um ein kleines Zeitfenster handelt, sind Untersuchungen nach längerem Zeitintervall bei einer größeren Patientenzahl notwendig, um eine sichere Aussage treffen zu können.

Fazit
Die Arbeit zeigt einen signifikanten Einfluss des Vorhandenseins einer Leberzirrhose auf die Funktion des autonomen Nervensystems, während das Ausmaß der autonomen Dysfunktion sich nicht proportional zum Stadium der Leberzirrhose nach Child ändert.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:11.04.2007
Dateien geändert am:11.04.2007
Promotionsantrag am:08.09.2006
Datum der Promotion:27.02.2007
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