Dokument: Outcome nach Operation bei Wirbelsäulenmetastasen

Titel:Outcome nach Operation bei Wirbelsäulenmetastasen
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20160420-114836-8
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Leiter, Matthias [Autor]
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Dateien vom 20.04.2016 / geändert 20.04.2016
Stichwörter:Wirbelsäulenmetastasen, spinal metastases
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Fragestellung und Ziele: Neue Behandlungsoptionen von Wirbelsäulenmetastasen und Verbesserungen in der Primärtumortherapie haben das Überleben von Patienten mit Wirbelsäulenmetastasen seit Jahren gesteigert. In der vorliegenden Arbeit werden die Überlebenszeiten von Patienten mit operationsbedürftigen Wirbelsäulenmetastasen analysiert, prognosebeeinflussende Faktoren herausgearbeitet und die Operationsindikationen an die aktuelle Datenlage angepasst.

Methodik: Das untersuchte Kollektiv bestand aus 130 Patienten (57 weiblich; 73 männlich), die im Zeitraum von 2002 bis 2010 in der Neurochirurgischen Universitätsklinik Düsseldorf erstmalig an Wirbelsäulenmetastasen operiert wurden. Die Analyse der Prognosefaktoren bezog sich auf diejenigen 106 Patienten (45 weiblich; 61 männlich), bei denen die postoperative Überlebenszeit retrospektiv ermittelt werden konnte.

Ergebnisse und Diskussion: Das mittlere Überleben von Patienten mit Operation an Wirbelsäulenmetastasen betrug im untersuchten Kollektiv 19,4 Monate (Median 8,0 Monate). Die häufigsten Primärtumoren (insgesamt 79,2%) waren Mammakarzinome, Prostatakarzinome, Bronchialkarzinome, Nierenzellkarzinome und Carcinoma of Unknown Primary (CUP). Patienten mit Mammakarzinom hatten die beste Prognose (Median 19 Monate) und Patienten mit Bronchialkarzinom die schlechteste (Median 4 Monate; p = 0,002). Während die Lokalisation der Wirbelsäulenmetastase(n) für das Überleben keine Rolle spielte (p = 0,717), erwiesen sich die etablierten klinischen Prognose-Scores Karnofsky-Index, Tokuhashi-Score und Tomita-Score alle als relevant (p = 0,001 bis 0,028). Eine Modifikation des Frankel-Scores wurde zur Klassifikation der Bettlägerigkeit herangezogen und entpuppte sich genauso wie die präoperative Gehfähigkeit (p = 0,004) als wegweisender Prognosefaktor (p = 0,003). Keinen signifikanten Einfluss auf das postoperative Überleben zeigte das Vorliegen einer pathologischen Wirbelkörperfraktur (p = 0,121). Die neoadjuvante Strahlentherapie verbesserte das Outcome nicht. Eine adjuvante Bestrahlung ist hingegen für jeden operierten Patienten zu empfehlen.

Schlussfolgerung: Aktuell sehen wir keine Notwendigkeit zur Änderung der Operationsindikationen bei Patienten mit Wirbelsäulenmetastasen. Wir bestätigen, dass das Ausmaß der Operation immer an die individuelle Prognose des Patienten angepasst werden sollte und empfehlen, die Bettlägerigkeit als neuen Prognosefaktor heranzuziehen. Die in der retrospektiven Analyse ermittelten Ergebnisse sollten jedoch durch prospektive und multizentrische Studien mit größeren Fallzahlen überprüft werden.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:20.04.2016
Dateien geändert am:20.04.2016
Promotionsantrag am:15.05.2014
Datum der Promotion:19.04.2016
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