Dokument: Effektive Behandlung der symptomatischen diabetischen Polyneuropathie durch hochfrequente externe Muskelstimulation

Titel:Effektive Behandlung der symptomatischen diabetischen Polyneuropathie durch hochfrequente externe Muskelstimulation
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20101130-102911-2
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Reichstein, Lars [Autor]
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Dateien vom 09.02.2007 / geändert 09.02.2007
Beitragende:Prof. Dr. Martin, Stephan [Gutachter]
Prof. Dr. Hemmer, Bernhard [Gutachter]
Stichwörter:diabetische Polyneuropathie, hochfrequente Muskelstimulation, TENS, Diabetes mellitus, Neuropathie,
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Abstract/ Zusammenfassung
Im Verlauf eines Diabetes mellitus erkranken zwischen 20% und 30% der Patienten an einer symptomatischen diabetischen Polyneuropathie. Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) oder die elektrische Rückenmarksstimulation haben sich als physikalische Behandlungsformen in der symptomatischen Therapie der diabetischen Polyneuropathie bewährt und etabliert. Im Deutschen Diabetes Zentrum führten wir nun erstmalig eine randomisierte Pilotstudie durch, in der die Wirkung einer hochfrequenten externen Muskelstimulation mit dem TENS-Verfahren auf die Symptome von Diabetikern mit diabetischer Polyneuropathie verglichen wurde.
41 Patienten mit Diabetes mellitus, die an einer diabetischen Polyneuropathie litten, wurden auf das HF- und TENS-Verfahren randomisiert. Von diesen 41 Patienten litten 16 an einer schmerzlosen und 25 an einer schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie.
Jeder Patient wurde mit dem jeweiligen Behandlungsverfahren für 30 Minuten an drei aufeinander folgenden Tagen an den unteren Extremitäten behandelt. Die Symptome der Patienten wurden über eine analoge visuelle Horizontalskala von eins bis zehn dokumentiert. Dieser Symptomfragebogen wurde ein Tag vor der Behandlung, drei Tage während und zwei weitere Tage nach der Behandlung erhoben. Als Responder bzw. Therapieerfolg wurde eine Verbesserung von mindestens einem Symptom um mindestens drei Skalenstufen definiert.
Beide Behandlungsgruppen zeigten keine signifikanten Unterschiede in demographischen Daten, Anamnese oder Laborparametern. In der TENS-Behandlungsgruppe profitierten sieben von 21 Patienten von der Therapie; das entspricht einer Erfolgsquote von ungefähr 33%. Im Vergleich dazu zeigte die Gruppe, die mit dem HF-Verfahren behandelt wurde, eine signifikant höhere Responderrate mit p<0,05. In dieser Gruppe wiesen von 20 Patienten 16 Patienten, eine Erfolgsquote von 80%, die geforderte Symptomverbesserung von mindestens drei Skalenstufen auf. Eine Analyse der Subgruppen ergab, dass das HF-Verfahren sowohl bei der Behandlung der schmerzhaften, als auch bei der Therapie der schmerzlosen Polyneuropathie effektiver ist als das TENS-Verfahren. In der HF-Subgruppe mit Patienten, die an einer schmerzhaften Polyneuropathie litten, konnten neun von dreizehn Patienten (69%) als Responder festgestellt werden, wohingegen in der TENS-Subgruppe mit schmerzhafter Polyneuropathie lediglich drei von zwölf Patienten (25%) als Responder benannt werden konnten. Auch in der Therapie der schmerzlosen Polyneuropathie zeigte sich eine signifikante Überlegenheit des HF-Verfahrens gegenüber der TENS-Behandlung. In der Gruppe, die mit HF behandelt wurde, konnten alle sieben Patienten (100%) als Responder bezeichnet werden, in der TENS-Gruppe erfüllten hingegen nur vier von neun Patienten die Kriterien für einen Responder.
Beide Verfahren führen gleich gut zu einer Reduktion der Symptome, doch wirkt das HF-Verfahren sehr viel häufiger als die TENS-Therapie.
In dieser Pilotstudie konnte zu ersten Mal eindrucksvoll gezeigt werden, dass die hochfrequente externe Muskelstimulation Schmerzen und Mißempfindungen einer diabetischen Polyneuropathie lindern kann und darin effektiver ist als das TENS-Verfahren. Die hochfrequente externe Muskelstimulation bietet eine neue nebenwirkungsarme Therapiemöglichkeit zur Behandlung der diabetischen Polyneuropathie und wahrscheinlich auch anderer schmerzhafter Prozesse.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:30.11.2006
Dateien geändert am:12.02.2007
Promotionsantrag am:20.11.2006
Datum der Promotion:20.11.2006
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