Dokument: Traumatisch bedingte dentogene Verletzungen der ersten und zweiten Dentition (Düsseldorfer Studie)

Titel:Traumatisch bedingte dentogene Verletzungen der ersten und zweiten Dentition (Düsseldorfer Studie)
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20060831-001484-9
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Schulz, Hartmut [Autor]
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Dateien vom 09.02.2007 / geändert 09.02.2007
Beitragende:Prof. Dr. Raab, Wolfgang H.-M. [Gutachter]
Prof. Dr. Hugger, Alfons [Gutachter]
Stichwörter:Frontzahntrauma, Frontzahnverletzungen, Spätfolgen, Prognosen, Klassifikation
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Einleitung:
Verletzungen des Kiefer-Gesichtsbereiches nach traumatischer Interaktion und deren Therapie gehören zum Alltag in der zahnärztlichen Praxis. Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, welche dentogenen Verletzungsformen am häufigsten während der ersten und zweiten Dentition auftreten, in welchem Alter die Patienten besonders gefährdet sind, ein Frontzahntrauma zu erleiden und in welchem Verhältnis weibliche und männliche Patienten betroffen sind. Ein weiteres Ziel der Studie war es zu untersuchen, welche Folgeschäden nach einem Zeitraum von zwölf Monaten an Zähnen der zweiten Dentition bezogen auf die jeweilige Verletzungsform auftreten.
Material & Methode:
In der vorliegenden epidemiologischen Untersuchung, welche den Zeitraum zwischen Januar 2002 und Dezember 2003 erfasste, wurden in dem retrospektiven ersten Teil unserer Studie Häufigkeit und Unfallart aller registrierten Patienten mit Traumata im Bereich der Mundhöhle erfasst, welche zur Sprechstundenzeit oder im Notdienst der zahnärztlichen Ambulanz der Westdeutschen Kieferklinik vorstellig wurden. Nach einer Zeitspanne von zwölf Monaten erfolgte die Wiedervorstellung der Patienten zur Nachuntersuchung bezüglich möglicher Folgeschäden. Für die Befunderhebung standen Krankenunterlagen, Röntgenaufnahmen und in einigen Fällen auch klinische Fotodokumentationen zur Verfügung (Teil II).
Ergebnisse:
Teil I: In dem angegebenen Zeitraum wurden 219 Patienten mit traumatischen Verletzungen im Bereich der Mundhöhle ermittelt. Dabei handelte es sich in 83 Fällen (38%) um Verletzungen an Milchzähnen und in 121 Fällen (55%) um Traumata an bleibenden Zähnen. In sechs weiteren Fällen kam es zu einer gleichzeitigen Schädigung von Milchzähnen und bereits durchgebrochenen bleibenden Zähnen (3%). Ausschließliche Weichteilverletzungen wurden bei neun Patienten festgestellt (4%). Die Auswertung der einzelnen Verletzungstypen ergab, dass Subluxationen sowohl im Milchgebiss als auch im bleibenden Gebiss am häufigsten auftraten [MG: 49 (26,9%), BG: 99 (31,3 %)]. Die zweithäufigste Verletzungsform im Milchgebiss war mit 40 Fällen (21,9%) die laterale Luxation, gefolgt von den Intrusionsverletzungen (12,6%). In der bleibenden Dentition ergab sich eine andere Verteilung. Hier wurde die Schmelz-Dentin-Fraktur mit 75 Verletzungsfällen (23,7%) am zweithäufigsten und die komplizierte Schmelz-Dentin-Fraktur am dritthäufigsten (7,9%) diagnostiziert. Schlüsselt man das Patientenklientel nach Geschlecht und Alter auf, so wurde ersichtlich, dass männliche Patienten besonders zwischen dem ersten und fünften und später zwischen dem siebten bis zwölften Lebensjahr einem erhöhten Risiko eines Frontzahntraumas unterliegen. Bei weiblichen Patienten häuften sich Frontzahnverletzungen zwischen dem ersten bis vierten und dann zwischen dem sechsten bis zum zehnten Lebensjahr. Bei Betrachtung des Geschlechterverhältnisses zeigte sich, dass 58,4% der Betroffenen männlichen Geschlechts waren (126 Patienten) und der Anteil der weiblichen Patienten mit 93 Fällen bei 41,6% lag. Teil II: Im zweiten Studienabschnitt konnte anhand der bei den Nachkontrollen erfassten Parameter eine große Bandbreite an Folgeschäden aufgezeigt werden. Bei der Kontrolle der Patienten, welche vormals Verletzungen des Zahnhalteapparates aufwiesen, waren 31% der Zähne von nachfolgenden Schäden betroffen. Hervorzuheben sind Subluxationsverletzungen mit einer großen Bandbreite an Folgeschäden sowie Sensibilitätsverluste nach Kontusionen. Bei den Nachuntersuchungen an Zähnen mit Zahnhartsubstanzverletzungen wiesen 41% der Zähne Folgeschäden auf. Dabei zeigten besonders die komplizierten Schmelz-Dentinfrakturen eine schlechte Prognose. Aber auch nach Schmelzsprüngen und Schmelzfrakturen waren Sensibilitätsverluste festzustellen.
Zusammenfassung:
Anhand der Ergebnisse lässt sich folgern, dass zum Verletzungszeitpunkt keine definitive Aussage bezüglich der Prognose des betroffenen Zahnes möglich ist. Grundsätzlich sollte die Aufklärung der Patienten bzw. der Eltern der betroffenen Kinder bezüglich möglicher Folgeschäden (Pulpitis, akute Exacerbation einer caP, Fistelung, Zahnverfärbung, Zahnverlust) erfolgen, wobei insbesondere auf die Schädigung der Keime der zweiten Dentition nach komplizierten Milchzahnverletzungen hingewiesen werden sollte.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:31.08.2006
Dateien geändert am:12.02.2007
Promotionsantrag am:21.08.2006
Datum der Promotion:21.08.2006
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