Dokument: BKV-Virämie und BKV-Nephropathie bei nierentransplantierten Patienten

Titel:BKV-Virämie und BKV-Nephropathie bei nierentransplantierten Patienten
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20150601-102742-9
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Kloßowski, Nicole [Autor]
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Dateien vom 05.05.2015 / geändert 05.05.2015
Beitragende:Prof. Dr. Rump, Lars Christian [Gutachter]
Prof. Dr. med. Giessing [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Hintergrund: Bei Patienten mit Nierentransplantation (NTX-Patienten) kann die immunsuppressive Therapie zur Reaktivierung des BK-PoIyomavirus (BKV) mit BKV-Virämie (BKV-VIR) und in bestimmten Fällen mit BKV-Nephropathie (BKVN) führen, die mit einer schlechten Prognose für das Transplantatüberleben assoziiert ist. Es steht zur Diskussion, ob bei NTX-Patienten mit BKV-VIR und einer Viruslast von 10hoch4
Kopien BKV-DNA/ml Plasma (K/ml) zur Vermeidung einer BKVN die Immunsuppression reduziert werden soll, trotz erhöhtem Risiko für akute Abstoßungen.

Methoden: Alle im Transplantationszentrum Düsseldorf betreuten NTX-Patienten wurden routinemäßig alle drei Monaten mittels RT-PCR auf eine BKV-VIR getestet. In einer retrospektiven monozentrischen Beobachtungsstudie wurden zwischen 01/2007
und 12/2008 die Häufigkeit und die Risikofaktoren von BKV-VIR und BKVN analysiert.

Ergebnisse: Von insgesamt 684 auf das BKV getesteten NTX-Patienten erfolgte bei 65 Patienten ein BKV-Nachweis im Plasma (9.5%). Signifikant mit einer BKV-VIR assoziierte Risikofaktoren waren: Lebensalter bei NTX (BKV-VIR 58 Jahre, keine BKV-VIR 50 Jahre, p < 0.001), gastrointestinale Erkrankungen (BKV-VIR 36.9%, keine BKV-VIR 24.9%, p = 0.035), Hoch-Risiko-Mismatch-Konstellation (BKV-VIR 26.2 %, keine BKV-VIR 14.5%, p = 0.006), ESP-Spende (BKV-VIR 24.6%, keine BKV-VIR 11.7%, p = 0.008), Induktionstherapie (BKV-VIR 33.8%, keine BKV-VIR 21.0%, p = 0.018) und eine dreifache immunsuppressive Therapie nach NTX (BKV-VIR 100%, keine BKV-VIR 93.3%, p < 0.025). In zwölf Fällen mit BKV-VIR (n = 65) wurde zeitnah eine BKVN diagnostiziert (29.3%), in einem Fall zeigte sich eine in Remission befindliche BKVN. Als signifikanter Risikofaktor für die Entwicklung einer BKVN wurde der Diabetes
mellitus (BKVN 42%, keine BKVN 10%, p = 0.034) und als prädiktiver Marker die maximale BKV-Viruslast gesehen [BKVN 5.5 x 10hoch4 K/ml (Median), 1200 K/ml bis 17 Mio. K/ml (range); keine BKVN 1.2 x 10hoch3 K/ml (Median), 2 K/ml bis 6 Mio. K/ml (range), p = 0.001). Bei einem Grenzwert der maximalen BKV-Viruslast von 10hoch4 K/ml lagen Sensitivität und Spezifität bezüglich Vorhandensein einer BKVN bei 75%, der positive
Vorhersagewert bei 56.3% und der negative bei 88.0%. Ein weiterer signifikanter prädiktiver Marker der BKVN stellte die BKV-Virämiedauer dar [BKVN 11.7 Monate (Median), 13.5 (Mittelwert) + 7.3 (SA), 4 bis 27 Monate (range); keine BKVN 5.1 Monate (Median), 8.4 (Mittelwert) + 7.3 (SA), 1 bis 22 Monate (range); p = 0.038]. Insbesondere die Kombination aus erhöhter BKV-Viruslast und Virämiedauer ergaben signifikante
prädiktive Marker (p < 0.05). Insgesamt zeigte sich ein Transplantat-Überleben nach BKV-VIR im Transplantationszentrum Düsseldorf von über 80%.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:01.06.2015
Dateien geändert am:01.06.2015
Promotionsantrag am:22.05.2014
Datum der Promotion:11.03.2015
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