Dokument: Das Krankheitskonzept Demenz in der Medizin der deutschen Romantik

Titel:Das Krankheitskonzept Demenz in der Medizin der deutschen Romantik
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20150327-092206-6
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Meyer, Günter [Autor]
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Dateien vom 17.03.2015 / geändert 17.03.2015
Beitragende:Prof. Dr. Dieckmann, Bernhard [Gutachter]
Prof. Dr. Borsò, Vittoria [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen:Wie wurden dementielle Symptome in der Medizin der deutschen Romanik medizinisch, philosophisch, juristisch, literarisch und ikonographisch beschrieben? Die Medizin der Romantik als Ausgangspunkt zu wählen, begründet sich in der These, dass in dieser Epoche die Geburtsstunde der modernen medizinischen Psychiatrie zu terminieren ist. Grundlage für den Diskurs bildet Kants Anthropologie. Als sein philosophischer Gegenspieler für die Medizin und insbesondere für die Psychiatrie muss Schelling betrachtet werden, der anfänglich ein Anhänger der Brownschen Idee war, sich später aber davon distanzieren wird und so von seinem Freund und Arzt Andreas Röschlaub entfremdet. Dieser gilt als der vehementeste Vertreter des Brownianismus und entwickelt eine eigene Nosologie, die auch die Psychiatrie und damit verbunden dementielle Symptome im Alter einzuordnen versucht. Zu seinen größten Gegenspielern und Gegnern zählt u.a. Hufeland, der sich sehr in der Tradition Kants sieht und zwischen Romantik und Aufklärung spirituell anzusiedeln ist. Inmitten dieser Konflikte und Auseinandersetzungen erwächst der eigentliche Spiritus Rectus der modernen Psychiatrie und Demenzforschung: Johann Christian Reil, Schöpfer des Wortes „Psychiatrie“. Eine frühe Beschreibung eines Demenzkranken finden wir bei Karl Phillip Moritz in seinem Magazin „Erfahrungsseelenkunde“. In der bildenden Kunst stellt sich die Frage, ob Wilhelm Kaulbach mit seiner Zeichnung „Narrenhaus“ eine erste bildliche Darstellung eines dementiellen veränderten Menschen abgegeben hat.

How were symptoms of dementia described in German Romanticism medically, philosophically, legally, iconographically, and in literature? If the birth of modern medical psychiatry can be dated to this period, choosing medicine in the Romantic period is a logical point of departure. Kant’s anthropology forms the foundation for this discourse. In terms of medicine and psychiatry in particular, Schelling can be considered Kant’s philosophical adversary, because Schelling was initially a proponent of Brown, though later he distanced himself from them, which led to an estrangement from his friend and physician Andreas Röschlaub. The latter is considered the most vehement advocate of Brownianism and developed his own nosology that tries to categorize psychiatry and symptoms of dementia in the elderly. One of his greatest adversaries and opponents was Hufeland, who saw himself very much in a Kantian tradition and can be positioned spiritually between Romanticism and Enlightenment. From the very center of all these conflicts and disputes emerged the real spiritus rector of modern psychiatry and research on dementia: Johann Christian Reil, who coined the term “psychiatry.” An early description of somebody suffering from dementia can be found in Karl Phillip Moritz’s journal Erfahrungsseelenkunde. It might well be argued that in the field of fine arts, Wilhelm Kaulbach’s drawing Narrenhaus is the first visual representation of a person suffering from dementia.
Fachbereich / Einrichtung:Philosophische Fakultät » Institut für Kultur und Medien
Dokument erstellt am:27.03.2015
Dateien geändert am:27.03.2015
Promotionsantrag am:25.01.2014
Datum der Promotion:03.12.2014
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