Dokument: Funktionelle Charakterisierung hochfrequenter Oszillationen im Nucleus subthalamicus von Patienten mit Morbus Parkinson

Titel:Funktionelle Charakterisierung hochfrequenter Oszillationen im Nucleus subthalamicus von Patienten mit Morbus Parkinson
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20140527-092919-9
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Homburger, Melanie [Autor]
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Dateien vom 26.05.2014 / geändert 26.05.2014
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Im Rahmen neuer Therapieverfahren wie der tiefen Hirnstimulation (THS) ist die Möglichkeit geboten, neuronale Oszillationen innerhalb des STN bei Patienten näher zu untersuchen, indem von zu therapeutischen Zwecken implantierten Makroelektroden lokale Feldpotenziale (LFP) abgeleitet werden. Bisher sind Oszillationen in Frequenzbereichen des Alpha (7-12 Hz)-, niedrigen Beta (13-20 Hz)-, hohen Beta (21-35 Hz)-, Gamma (um 70 Hz)-Bandes, sowie hochfrequente Oszillationen (HFO) (100-400 Hz) bekannt.

Um der Rolle der HFO > 100 Hz nachzugehen, wurden im Rahmen dieser Arbeit LFP simultan mit der Magnetenzephalographie (MEG) bei 9 Patienten mit Morbus Parkinson vom akinetisch-rigiden Typ aufgezeichnet. Den Patienten wurden am Vortag der Datenerhebung bilateral Makroelektroden zur THS in den STN implantiert. Die Patienten unterlagen einer nächtlichen Pause der Parkinson-Medikamente und wurden bei körperlicher Ruhe sowohl vor, als auch nach der Applikation von Levodopa (L-3,4-Dihydroxyphenylalanin, L-Dopa) untersucht.

In diese Arbeit wurden die LFP von insgesamt 18 STN in die Analysen eingeschlossen. Der Fokus lag dabei auf zwei Frequenzbereichen. Ein Bereich um 250 Hz (langsame/slow HFO - sHFO), ein anderer um 350 Hz (schnelle/fast HFO - fHFO). Sie zeigten ein charakteristisches Verhalten bezüglich ihrer Amplituden und Kopplungen unter der medikamentösen Intervention. Nach der Administration von Levodopa zeigten alle 18 Nuclei einen Abfall des Amplitudenverhältnisses der sHFO zu den fHFO (p < 10-4). Jenes korrelierte statistisch signifikant mit den akinetisch-rigiden Anteilen des UPDRS (Unified Parkinson’s Disease Rating Scale) III-Motorscores der kontralateralen Körperhälfte (r=0,3618; p=0,015).
Eine Kombination aus dem Verhältnis der sHFO zu den fHFO und der maximalen Beta-Frequenzkomponente korrelierte stärker mit den UPDRS III-Subscores (r=0,45; p= 0,004).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass mit den HFO zwischen 100 und 400 Hz innerhalb des STN ein potentieller prokinetischer neurophysiologischer Marker gefunden wurde. Er vermag über einen Umschlag der oszillatorischen Aktivität im STN von den sHFO um 250 Hz zu den fHFO um 350 Hz die Levodopa-induzierte Verbesserung der klinischen Symptomatik bei Patienten mit Morbus Parkinson vorherzusagen. Vor diesem Hintergrund sollte die Rolle der HFO für die Pathophysiologie von Morbus Parkinson und die therapeutische Beeinflussung der HFO Gegenstand zukünftiger Forschungen sein.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:27.05.2014
Dateien geändert am:27.05.2014
Promotionsantrag am:26.04.2013
Datum der Promotion:30.04.2014
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