Dokument: Renovaskuläre Hypertonie bei Mid Aortic Syndrome und Fibromuskulärer Dysplasie im Kindes- und Jugendalter

Titel:Renovaskuläre Hypertonie bei Mid Aortic Syndrome und Fibromuskulärer Dysplasie im Kindes- und Jugendalter
Weiterer Titel:Renovascular Hypertension in children and adolescents with mid aortic syndrome and fibromuscular dysplasia
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=27737
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20131121-104037-7
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Düppers, Philip [Autor]
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Dateien vom 21.11.2013 / geändert 21.11.2013
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:Langzeit-Ergebnisse der chirurgischen Therapie von Stenosen der Nierenarterien oder Aorta bei Kindern und Jugendlichen mit renovaskulärer Hypertonie sind in der Literatur aufgrund der Seltenheit des Patientenkollektivs und der eher zurückhaltenden Haltung vieler Chirurgen bzw. der primären Behandlung durch angioplastische Verfahren nur vereinzelt vertreten. Ziel dieser Arbeit war daher die Auswertung der perioperativen und langfristigen Ergebnisse, sowie die Darstellung der Ätiologie und Klinik des betroffenen Patientenkollektivs.
Zwischen 1979 und 2009 wurden 44 Patienten (w/m=22/22; 13 J., Min/Max=1/19, Std.abw.=5,2), von denen zehn bereits chirurgisch oder interventionell vorbehandelt waren, aufgrund isolierter Stenosen der Nierenarterien oder Aorta oder kombinierter Stenosen mit aorto-aortalen Bypässen (n=10), Interponaten (n=5), renalen (n=1) oder aortalen Patches (n=2), Thrombendarteriektomien (n=2), aorto- (n=31) oder prothetho-renalen (n=5) Interponaten (n=36), sowie durch renale Neuimplantation (n=13) in aortale Interponate (n=7), Bypässe (n=4) oder in die genuine Aorta (n=2) operativ behandelt. Verwendete Materialien waren autologe (n=28) oder homologe Venen (n=5), autologe A. Iliaca interna (n=3), PTFE (n=12), Dacron (n=5) und eine resezierte infrarenale Aorta (n=1). Bei fünf Patienten waren zehn Viszeralarterien mitbeteiligt und wurden nach Resektion der Stenose in die genuine Aorta (n=2) oder aortale Interponate (n=4) implantiert (n=6) oder durch autologe Veneninterponate (n=3; AMS=2; Tr. coeliacus=1) oder Dacron-Patches (AMS=1) ersetzt.
Ursache der Nierenarterienstenosen waren Fibromuskuläre Dysplasien (n=19), die Neurofibromatose Typ 1 (n=2) und die Takayasu-Arteriitis (n=1), dazu ein iatrogener und ein idiopathischer Fall. Die Stenose der Aorta beruhte auf einer Coarctatio aortae abdominalis (n=4) und je einer Aortenisthmusstenose und einer posttraumatischen thorako-abdominalen Verkalkung. Kombinierte Stenosen waren mit der Coarctatio aortae abdominalis (n=11), der Takayasu-Arteriitis (n=1) und einer Stanford-B-Dissektion bei Marfan-Syndrom assoziiert.
Nach 30 postoperativen Tagen betrug die Erfolgsrate bezüglich der Gefäße/Patienten 94%/91%, perioperative Frührevisionen waren an vier Gefäßen (6%) bzw. bei 4 Patienten (9%) notwendig. Die peri- und postoperative Mortalität betrug 0%. Sekundäroperationen waren bei zehn, Tertiäroperationen bei drei Patienten notwendig. Insgesamt betrug die Rate an späteren operativen und interventionellen Revisionen 19%. 36 Patienten (82%) wurden nachuntersucht. Die Hypertonie wurde frühpostoperativ/langfristig in 27%/56% geheilt, in 41%/44% verbessert und blieb in 32%/0% unverändert. Der Blutdruck konnten langfristig um 30% diastolisch und 26% systolisch, die Anzahl der Medikamente/Kopf um 43% gesenkt werden. Flussgeschwindigkeiten und resistance indices der Nierenarterien ergaben keine Hinweise auf verbleibende Stenosen.
Die operative Rekonstruktion ist anhand dieser Ergebnisse nicht nur eine Alternative zur medikamentösen oder interventionellen Therapie, sondern oft auch die einzige Möglichkeit, den renovaskulären Bluthochdruck langfristig zu kontrollieren und die Lebensqualität und -erwartung der Patienten so in positiver Weise zu beeinflussen. Geringe Rezidivraten und die auch langfristig Mortalitätsrate von 0%, zusammen mit der langfristen Senkung von Blutdruck und Medikamentenanzahl sowie der Verbesserung von Beschwerden machen die chirurgische Therapie renovaskulärer Hypertonien auch im Kindes- und Jugendalter vertretbar und empfehlenswert.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:21.11.2013
Dateien geändert am:21.11.2013
Promotionsantrag am:21.12.2012
Datum der Promotion:18.11.2013
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