Dokument: Zentrale Netzwerkveränderungen im Frühstadium von Morbus Parkinson

Titel:Zentrale Netzwerkveränderungen im Frühstadium von Morbus Parkinson
Weiterer Titel:Motor-cortical oscillations in early stages of Parkinson’s disease
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=27665
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20131204-110948-6
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Martsch, Wiebke [Autor]
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Dateien vom 12.11.2013 / geändert 12.11.2013
Beitragende:Prof. Dr. phil. Pollok, Bettina [Gutachter]
Prof. Dr. med. Vesper, Jan [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibung:In fortgeschrittenen Stadien des Morbus Parkinson (MP) kommt es zu Veränderungen eines funk-tionellen Netzwerkes der Bewegungssteuerung. Die Synchronisation neuronaler Oszillationen stellt nach heutigem Wissen die neurophysiologische Grundlage für funktionelle Netzwerke dar. Im fortgeschrittenen Stadium von MP kommt es neben einer Zunahme von Oszillationen im Beta-Frequenzband (13-30 Hz) zu einer Abnahme der zerebro-muskulären Kohärenz (ZMK). Die Amplitude des Leistungsspektrums repräsentiert ein etabliertes Maß zur Quantifizierung lokaler Hirnaktivierung in der Frequenzdomäne, die ZMK stellt ein etabliertes Maß zur funktionellen Charakterisierung des pyramidal-motorischen Systems dar. Bislang ist unklar, ob diese Verände-rungen bereits im Frühstadium von MP auftreten. Die vorliegende Arbeit hat die Untersuchung synchronisierter oszillatorischer Aktivität im Frühstadium von MP zum Ziel. Hierdurch soll die Bedeutung veränderter oszillatorischer Muster für den Krankheitsverlauf beleuchtet werden. Zu diesem Zweck wurden 20 MP-Patienten und 10 gesunde Kontrollprobanden untersucht. Zehn Patienten wurde zum Zeitpunkt der Datenerhebung mit einer Anti-Parkinsonmedikation thera-piert. Weitere 10 Patienten erhielten bis zum Zeitpunkt der Datenerhebung keinerlei Anti-Parkinson-Therapie (de novo-Gruppe). Die motorische Beeinträchtigung wurde mithilfe der Uni-fied Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS) beurteilt. Während einer isometrischen Halte-aufgabe des Unterarms wurden die Hirnaktivität mittels Magnetenzephalographie und die Mus-kelaktivität mittels Elektromyographie aufgezeichnet. Während bei der ZMK keine Unterschiede zwischen den Gruppen auftraten, zeigten die Patientengruppen im Vergleich zu der Kontrollgrup-pe einen Anstieg der Amplitude der Oszillationen des primären sensomotorischen Kortex (S1/M1) im Beta-Band. Bei den gesunden Kontrollprobanden kam es zu einer signifikanten Suppression der Aktivität kontralateral zur Muskelkontraktion, wohingegen bei den de novo-Patienten beide Hemisphären gleich stark aktiviert waren. Bei den medizierten Patienten zeigte sich eine signifi-kant verminderte Suppression der kontralateralen Hemisphäre. Die Amplitude des Leistungsspek-trums korrelierte signifikant mit dem UPDRS. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit deuten da-raufhin, dass bei MP bereits im Frühstadium verstärkte motorkortikale Beta-Band-Oszillationen auftreten, die mit dem Fortschreiten der Erkrankung ein verändertes hemisphärisches Gleichge-wicht entwickeln. Außerdem konnte erstmalig gezeigt werden, dass die in späteren Erkrankungs-stadien beobachtete verminderte ZMK kein charakteristisches Merkmal des frühen Erkrankungs-stadiums darstellt. Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass die elektrophysiologischen Veränderungen bei MP mit dem Grad der Krankheitsausprägung variieren.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:04.12.2013
Dateien geändert am:04.12.2013
Promotionsantrag am:20.12.2012
Datum der Promotion:28.10.2013
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