Dokument: VERÄNDERUNGEN VON MONOAMINMETABOLITEN
UNTER CLOMIPRAMIN-CHALLENGE Eine Untersuchung an Probanden und Patienten
aus Familien mit hereditären affektiven Psychosen

Titel:VERÄNDERUNGEN VON MONOAMINMETABOLITEN
UNTER CLOMIPRAMIN-CHALLENGE Eine Untersuchung an Probanden und Patienten
aus Familien mit hereditären affektiven Psychosen
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20011011-000359-0
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Werner, Christian [Autor]
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Dateien vom 09.02.2007 / geändert 09.02.2007
Beitragende:PD Dr. Klimke, Ansgar [Gutachter]
Prof. Dr. Daldrup, Thomas [Gutachter]
Prof. Dr. Grabensee, Bernd [Gutachter]
Stichwörter:Clomipramin, HVA, HIAA, MHPG, Dopamin,Serotonin, Prolaktin, Depression, affektive Störungen, NeurotransmitterClomipramine, Homovanillic acid, HIAA, MHPG, Dopamine, Serotonin,Prolactin, Depression, Affective disorders, Neurotransmitter
Dewey Dezimal-Klassifikation:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 610 Medizin und Gesundheit
Beschreibungen:Einleitung: Veränderungen der monoaminergen Transmittersysteme werden als Ursache affektiver Erkrankungen diskutiert. Bei gesunden Probanden kommt es nach Steigerung der Serotonin-Freisetzung mittels D,L-Fenfluramin bzw. nach selektiver Hemmung der Serotonin- Wiederaufnahme z.B. mit Clomipramin zu einer transienten Steigerung der Prolaktin-Freisetzung, während diese bei depressiven Patienten reduziert oder aufgehoben ist. Hauptfragestellung ist, ob Clomipramin die Bildung des Dopaminmetaboliten HVA beeinflusst, und somit durch die Hemmung des Prolaktin-Inhibiting-Faktors (PIF = Dopamin) den Prolaktin-Spiegel erniedrigt. Explorativ wird untersucht, ob es Veränderungen der Monoaminmetaboliten unter Clomipramin-Challenge gibt.
Methode: 12 Probanden und 20 remittierte Patienten aus 12 großen Familien mit hereditären affektiven Psychosen wurden untersucht. Vor, während und nach der Infusion von 12,5 mg Clomipramin wurden Veränderungen des dopaminergen Transmittersystems durch Bestimmung von HVA (= Homovanillinsäure) im Serum untersucht. Ergänzend wurden Veränderungen im serotonergen bzw. noradrenergen System durch Bestimmung der Metaboliten 5-HIAA (= 5-Hydroxyindolessigsäure) und MHPG (= 3-Methoxy-4-hydroxyphenylglykol) untersucht.
Ergebnisse: Bei den Probanden fand sich kein signifikanter Einfluß der Clomipramin-Challenge auf den mittleren HVA-Spiegel im Serum, aber eine signifikante positive Korrelation zwischen der Änderung von HVA und der Änderung von Prolaktin. Darüber hinaus erbrachte die explorative Analyse der 5-HIAA- und MHPG-Werte keine signifikanten Veränderungen der Serumspiegel unter Clomipramin- Challenge. Signifikante negative Korrelationen fanden sich zwischen der Änderung von 5-HIAA und der Änderung von Prolaktin, sowie zwischen den Änderungen von HVA und 5-HIAA. Explorative Analysen der Patienten-Gruppe zeigten ebenfalls keinen signifikanten Einfluß der Clomipramin-Challenge auf die mittleren HVA-, 5-HIAA- und MHPG- Spiegel. Korrelationen zwischen der Änderung von HVA und der Änderung von Prolaktin, sowie zwischen den Änderungen von 5-HIAA und Prolaktin ließen sich nicht nachweisen. Wie in der Probandengruppe fand sich eine negative Korrelation zwischen der Änderung von HVA und der Änderung von 5-HIAA. Eine weitere negative Korrelation fand sich zwischen den Änderungen von 5-HIAA und Cortisol, die sich in der Probanden-Gruppe nicht nachweisen ließ. Zwischen Probanden und Patienten ließen sich keine signifikanten Gruppenunterschiede nachweisen.
Diskussion: In Übereinstimmung mit der Literatur (Mitchell und Smythe, 1991) fand sich in der Probanden-Gruppe eine signifikante positive Korrelation zwischen der Änderung der HVA-Serumspiegel und der Änderung der Prolaktin-Spiegel als Hinweis auf einen möglichen Einfluß der Clomipramin-Challenge auf das dopaminerge System, jedoch kein Anstieg der mittleren HVA-Spiegel. Die positive Korrelation zwischen der Änderung von HVA und der Änderung von Prolaktin spricht gegen eine globale Erniedrigung der Dopamin-Freisetzung durch Clomipramin bzw. Serotonin, ein positiver Nachweis der Hemmung des Prolaktin-Inhibiting-Faktors Dopamin ließ sich somit nicht erbringen. Das Fehlen dieser Korrelation bei erhaltener Korrelation zwischen den Änderungen von HVA und 5-HIAA bei den remittierten Patienten könnte auf eine reduzierte zentrale Wirkung von Clomipramin bei erhaltener peripherer Wirkung zurückzuführen sein.

The study investigates whether the prolactin response induced by a clomipramine-challenge is related to changes in the dopaminergic system.
The effects of clomipramine-challenge (12,5mg) on HVA, 5-HIAA and MHPG were measured in 12 healthy volunteers and 20 remitted patients. In healthy volunteers the clomipramine-challenge resulted in no changes of serum HVA concentrations but a significant correlation between the changes of HVA and prolactin. Furthermore, negative correlations between 5-HIAA and prolactin and between 5-HIAA and HVA were found. In remitted patients the clomipramine-challenge resulted in a similar negative correlation between 5-HIAA and HVA, but no correlation between HVA and prolactin or 5-HIAA and prolactin. These findings suggest direct or indirect influences of the clomipramine-challenge on the dopaminergic system. However, a general decrease of the dopamine activity or a decrease of the prolacin inhibiting factor dopamine were not found. The results in patients suggest the possibility of decreased central effects of clomipramine and unchanged peripheral effects.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät
Dokument erstellt am:11.10.2001
Dateien geändert am:12.02.2007
Promotionsantrag am:11.10.2001
Datum der Promotion:11.10.2001
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