Dokument: Magnetenzephalographische Untersuchungen zum Stottern

Titel:Magnetenzephalographische Untersuchungen zum Stottern
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20010510-000091-5
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Biermann, Katja [Autor]
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Dateien vom 09.02.2007 / geändert 09.02.2007
Beitragende:Prof. Dr. Schnitzler, Alfons [Gutachter]
Prof. Dr. Stoerig, Petra [Gutachter]
Stichwörter:Magnetenzephalographie, MEG, evozierte Hirnaktivität, oszillatorische Aktivität, Sprechen, Lateralisierung, zerebrale Dominanzmagnetoencephalography, meg, evoked neuronal activity, oscillatory activity, speech, stuttering, laterality, lateralisation, cerebral dominance
Dewey Dezimal-Klassifikation:100 Philosophie und Psychologie » 150 Psychologie
Beschreibung:In dieser Arbeit wurde die Hirnaktivität von 10 stotternden und 10
nicht-stotternden männlichen Probanden während einfacher sensorischer
Stimulationen und während der Bearbeitung sprachlicher Paradigmen mit
der Magnetenzephalographie untersucht.
Ziel der Untersuchungen war, Unterschiede zwischen den beiden
Probandengruppen hinsichtlich der Lokalisation, der Stärke und des
zeitlichen Verlaufs evozierter kortikaler Aktivierungen sowie der
Modulation rhythmisch-oszillatorischer Aktivität, und damit
neurophysiologische Korrelate des Stotterns, aufzuzeigen.
Es gibt Hinweise dafür, daß sich die zentrale auditorische
Verarbeitung stotternder Probanden von Kontrollprobanden
unterscheidet. In Experiment 1 wurde daher monaural alternierend als
einfacher akustischer Reiz ein Ton dargeboten. Weiterhin gibt es
Hinweise, daß beim Stottern das motorische System bzw. die
sensomotorische Integration unabhängig vom Sprechen verändert sein
könnte. Dieser Frage wurde in Experiment 2 mit Hilfe einer
alternierenden Stimulation beider Medianusnerven nachgegangen.
Sprachbezogene Unterschiede zwischen den Probandengruppen wurden in
Experiment 3 untersucht. Die Probanden sollten akustisch dargebotene
Wörter bzw. Sätze mit kurzer zeitlicher Verzögerung wiederholen oder
umformen.
Während sich in der Untersuchung zur akustischen Stimulation keine
signifikanten Unterschiede zwischen den Probandengruppen zeigten,
stellten sich bei der somatosensorischen Stimulation
linkshemisphärisch Unterschiede hinsichtlich der Lokalisation der
rhythmisch-oszillatorischen 20-Hz Aktivität in Relation zur
funktionellen Repräsentation des Handareals dar: stotternde Probanden
zeigten größere euklidische Distanzen zwischen beiden Maßen, was als
geringere funktionelle Separation des Hand- und des benachbarten
Gesichtsareals interpretiert wurde. In den sprachlichen Paradigmen
zeigten sich verschiedene Unterschiede, wenn die Probanden fließend
sprachen. Am deutlichsten waren Unterschiede bei der Aktivierung des
motorischen und des auditorischen Systems, was sich v. a. in einer
bilateralen Aktivierung bei stotternden Probanden und einer
linkslateralisierten Aktivierung bei nicht-stotternden Probanden
ausdrückte. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf eine Präzisierung
der Lateralisierungshypothese diskutiert, die bei stotternden
Probanden eine zu geringe Lateralisation von Sprachfunktionen als
Ursache des Stotterns anführt.
In Einzelfällen war es möglich, eine Gegenüberstellung der
Hirnaktivität beim Stottern und beim fließenden Sprechen vorzunehmen.
Die Ergebnisse deuten auf eine verstärkte motorische Aktivierung hin,
die bereits vor dem tatsächlichen Sprechbeginn auftritt.
Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zur Beschreibung der
Unterschiede zwischen erwachsenen stotternden und nicht-stotternden
Probanden hinsichtlich neurophysiologischer Verarbeitungsprozesse.
Ein wichtiger Beitrag zur Klärung der Entstehung des Stotterns
könnte durch die Untersuchung von Kindern geleistet werden.
Fachbereich / Einrichtung:Mathematisch- Naturwissenschaftliche Fakultät » WE Psychologie
Dokument erstellt am:10.05.2001
Dateien geändert am:12.02.2007
Promotionsantrag am:10.05.2001
Datum der Promotion:10.05.2001
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