Dokument: Verhaltens- und neurophysiologische Untersuchungen zu Echophänomenen und Tics bei Patienten mit Gilles de la Tourette Syndrom

Titel:Verhaltens- und neurophysiologische Untersuchungen zu Echophänomenen und Tics bei Patienten mit Gilles de la Tourette Syndrom
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URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20110121-145559-3
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Paszek, Jennifer [Autor]
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Dateien vom 20.01.2011 / geändert 20.01.2011
Beitragende:Prof. Dr. Schnitzler, Alfons [Gutachter]
Prof. Dr. Heil, Martin [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:100 Philosophie und Psychologie » 150 Psychologie
Beschreibungen:Das Gilles de la Tourette Syndrom (GTS) ist durch das Auftreten motorischer und vokaler Tics gekennzeichnet. Als eine spezielle Form der Tics werden häufig so genannte Echophänomene beschrieben. Hierunter versteht man die unwillkürliche Imitation von Bewegungen. Obwohl Echophänomene häufig bei Patienten zu beobachten sind, wurde bislang noch nicht empirisch bestätigt, dass diese bei GTS-Patienten häufiger als bei Gesunden auftreten. Außerdem ist die neurophysiologische Grundlage der Echophänomene unklar.
Die vorliegende Arbeit konnte im Rahmen einer Verhaltensstudie erstmals zeigen, dass Echophänomene bei GTS-Patienten nicht aber bei Gesunden experimentell induzierbar sind. Da die von GTS-Patienten gezeigten Echophänomene ebenso häufig Tics wie Bewegungen Gesunder folgten, wurde in einer zweiten Studie geprüft, inwieweit die beiden Bewegungsarten überhaupt in ihrem Erscheinungsbild unterscheidbar sind. Die Datenanalyse erbrachte, dass selbst Experten nur schwer zwischen isoliert dargebotenen Tics und Bewegungen Gesunder unterscheiden können.
Darüber hinaus wurde im Rahmen einer dritten Studie die neurophysiologische Grundlage von Echophänomenen untersucht. Da eine erhöhte Aktivität des supplementär motorischen Areals (SMA) bei GTS-Patienten bekannt ist und auf eine besondere Rolle dieses Areals innerhalb der Tourette Symptomatik hindeutet, wurde eine Beteiligung dieses Areals auch bei Echophänomenen angenommen. In der vorliegenden Arbeit wurde daher die Frage untersucht, ob eine Modulation der SMA Exzitabilität mithilfe der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) auch bei gesunden Probanden zu einer erhöhten Imitationsneigung führt. Tatsächlich zeigten sich nach Exzitabilitätserhöhung des SMA vermehrt Imitationen, die denen der Echophänomene ähnlich sind.
Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass das SMA eine Kernstruktur für die Entstehung von Tics und Echophänomenen ist. Hieraus abgeleitet ergibt sich ein besseres Verständnis der Pathophysiologie des GTS. Die vorliegenden Ergebnisse bieten weiterhin Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung neuer Therapieverfahren für das GTS.

Tics are the hallmark of the Gilles de la Tourette syndrome (GTS). Moreover, the so called echophenomena are frequently reported in GTS patients. Echophenomena are involuntary imitations of other peoples’ movements. However, empirical evidence for their increased occurrence in GTS patients is lacking.
The present data indicate for the first time that echophenomena can be induced in GTS patients but not in healthy controls. As GTS patients’ echophenomena can be induced by tics as well as by movements of healthy subjects, the aim of our subsequent study was to test whether the two movement categories are distinguishable on a phenomenological level. The results indicate that even experts can not reliably differentiate between a single tic and a single movement of a healthy subject.
A third study aimed at investigating the neurophysiological basis of echophenomena. It is known that GTS patients show enhanced activity of the supplementary motor area (SMA) suggesting an important role of the SMA for tic generation. Thus, SMA activation may also contribute to an enhanced imitation tendency. This hypothesis was confirmed by showing that high frequency repetitive transcranial magnetic stimulation (rTMS) of the SMA, putatively leading to increased SMA activity, resulted in enhanced imitations in healthy controls, similar to echophenomena. These results suggest that the SMA is a key structure for the emergence of tics and echophenomena.
Taken together, these findings contribute towards our understanding of the likely neural mechanisms underlying tics and echophenomena. Moreover, these findings lead to a better understanding of the GTS pathophysiology and might have implications for GTS treatment.
Fachbereich / Einrichtung:Medizinische Fakultät » Institute » Institut für Medizinische Psychologie
Dokument erstellt am:21.01.2011
Dateien geändert am:21.01.2011
Promotionsantrag am:03.12.2010
Datum der Promotion:12.01.2011
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