Dokument: Axonale Regeneration und Plastizität unterschiedlicher Fasersysteme nach Rückenmarksverletzungen und verschiedenen Behandlungsansätzen in der adulten Ratte

Titel:Axonale Regeneration und Plastizität unterschiedlicher Fasersysteme nach Rückenmarksverletzungen und verschiedenen Behandlungsansätzen in der adulten Ratte
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=15490
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20100709-100434-0
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Schiwy, Nora [Autor]
Dateien:
[Dateien anzeigen]Adobe PDF
[Details]6,65 MB in einer Datei
[ZIP-Datei erzeugen]
Dateien vom 07.07.2010 / geändert 07.07.2010
Dewey Dezimal-Klassifikation:500 Naturwissenschaften und Mathematik » 570 Biowissenschaften; Biologie
Beschreibung:Die vorliegende Arbeit wurde angefertigt um die Wirkung verschiedener Behandlungsansätze auf die Regeneration unterschiedlicher Fasertrakte nach traumatischer Rückenmarksverletzung zu untersuchen. Dabei wurden die wichtigsten absteigenden und aufsteigenden Axontrakte, wie der CST, RST, RaST, CoST und CGRP-positive Axone eingehender betrachtet. Die hier angewandten Behandlungsmethoden wurden entwickelt, um (1) die wachstumshemmenden Faktoren zu verringern, (2) die wachstumsfördernden Faktoren zu erhöhen, oder (3) eine Kombination aus beiden.
Es konnte gezeigt werden, dass die Behandlung zur Unterdrückung der Narbenbildung (AST) eine starke Zunahme der Anzahl regenerierter Fasern in der fibrösen Narbe bewirkte. Diese Zunahme konnte bei allen untersuchten Faserpopulationen (CGRP, 5-HT, TH, RST, CST) beobachtet werden. Des Weiteren konnte auch ein langfristiges Einwachsen in die sekundäre Narbe 12 Wochen nach Verletzung beobachtet werden. Die gewonnenen Daten offenbaren, dass (1) die sekundär gebildete Narbe wesentlich permissiver für regenerierende Axone ist, als die ursprüngliche, primäre Narbe, (2) dass AST sich auf alle Systeme gleichermaßen auswirkt und (3) dass die AST-Behandlung nicht nur einen vorübergehenden Effekt auf die Regeneration von Axonen ausübt, sondern auch bzw. insbesondere eine lang anhaltende Wirkung auf die Permeabilität der sekundären fibrösen Narbe besitzt.
In einem weiteren Behandlungsansatz wurde das Chemokin SDF-1α über 7 Tage nach Verletzung appliziert, was zu einer signifikanten Zunahme aussprossender serotonerger, catecholaminerger, RST- und CST-Axone rostral der Läsionsstelle führte. Das AST bewirkte nur bei der catecholaminergen und der RST Population eine Erhöhung aussprossender Axone. Eine Kombination aus beiden Substanzen konnte das Aussprossen jedoch nicht weiter steigern.
Allerdings führte die kombinatorische Verabreichung beider Substanzen zu einer signifikant erhöhten Anzahl an CST Fasern im Narbenareal. Der RST und die catecholaminergen Fasern hingegen zeigten keine Zunahme der Anzahl an Fragmenten in der Narbe. Im Fall der serotonergen Faserpopulation wurde sogar eine Abnahme an Faserfragmenten im Narbenareal beobachtet.
Es zeigte sich, dass, abhängig von einer SDF-1 Rezeptorexpression und AST-Mitwirkung, (1) entweder das Wachstum über längere Distanzen, oder (2) das regional beschränkte Auswachsen mit einer gleichzeitigen Reduktion des Längenwachstums stimuliert wurde.
Die gewonnen Daten deuten darauf hin, dass eine Kombination beider Therapieansätze zu einer funktionellen Erholung führen kann. Durch die Kombination von Narbenunterdrückung und Chemokinverabreichung kommt es einerseits zur Zunahme einer direkten Regeneration, mittels Axone die durch das Narbenareal wachsen, andererseits aber auch zu einem rostral vermehrten Aussprossen, was vermehrt zu einer indirekte intraspinale Verbindungen über die propriospinalen Neurone führen kann. Die Ergebnisse geben Hinweise auf beide Arten der Regeneration. Es konnte sowohl ein vermehrtes Aussprossen rostral der Läsion, als auch ein teilweise erhöhtes Längenwachstum beobachtet werden. In wieweit die Axone funktionelle Verbindungen eingehen bleibt noch unklar, allerdings deuten die Verhaltensdaten auf eine verbesserte Lokomotion hin.
Fachbereich / Einrichtung:Mathematisch- Naturwissenschaftliche Fakultät » WE Biologie » Neurobiologie
Dokument erstellt am:09.07.2010
Dateien geändert am:07.07.2010
Promotionsantrag am:23.06.2010
Datum der Promotion:23.06.2010
english
Benutzer
Status: Gast
Aktionen