Dokument: Effekte von Nahrungsmittelkonfrontation auf die „Cephalic Phase Responses“ von Patienten mit Bulimia nervosa und nicht essgestörten Kontrollpersonen

Titel:Effekte von Nahrungsmittelkonfrontation auf die „Cephalic Phase Responses“ von Patienten mit Bulimia nervosa und nicht essgestörten Kontrollpersonen
Weiterer Titel:Anticipatory cephalic phase responses to food exposure in woman diagnosed with bulimia nervosa and non eating disorderd controls
URL für Lesezeichen:http://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=15683
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20100721-104650-1
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Usbeck, Christoph [Autor]
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Dateien vom 20.07.2010 / geändert 20.07.2010
Beitragende:Prof. Dr. Pietrowsky, Reinhard [Gutachter]
Prof. Dr. Pause, Bettina [Gutachter]
Stichwörter:Cephalic Phase Responses, Nahrungskonfrontation, Bulimia nervosa
Dewey Dezimal-Klassifikation:100 Philosophie und Psychologie » 150 Psychologie
Beschreibungen:Essanfälle sind das wohl prominenteste Merkmal der bulimischen Essstörung. Bei der Entstehung der Bulimia nervosa und den begleitenden Essanfällen wirken verschiedene Faktoren zusammen. Den Einfluss dieser verschiedenen Faktoren zur berücksichtigen und so das Auftreten von Essanfällen zu erklären, versucht das Conditional Model of Binge Eating (Jansen, 1998). Nach diesem reagieren bulimische Personen bereits bei cephaler Stimulation mit essanfallstypischer Nahrung antizipatorisch mit Nahrungsaufnahme vorbereitenden Reaktionen des Körpers. Allein diese antizipatorischen Reaktionen (Cephalic Phase Responses) des Körpers sind in der Lage starkes Verlangen nach Nahrung und einen Essanfall auszulösen. Die Forschungslage zum Conditional Model of Binge Eating ist jedoch recht uneinheitlich. In einigen Studien konnte die erhöhte Reaktivität nachgewiesen werden, während andere Studien nicht in der Lage waren, die beteiligten Reaktionen abzubilden. In der vorliegenden Arbeit wurden die methodischen Schwierigkeiten der bisherigen For-schungsarbeiten verbessert und das CBE auf seine Gültigkeit hin untersucht. Dazu wurden in zwei Studien bulimische und gesunde, nicht essgestörte Probanden untersucht. Die Probanden wurden dazu mit ihren individuell bei einem Essanfall konsumierten und mit wohlschmeckenden Nahrungsmitteln konfrontiert. Da essgestörte Personen in der Lage sind ihre Hungergefühle zu kontrollieren, wurde in beiden Studien die Hungerkontrolle manipuliert. In der ersten Studie geschah dies über die Bearbeitung eines lösbaren (Bedingung 1) bzw. unlösbaren (Bedingung 2) Intelligenztests, während in der zweiten Studie die Probanden durch eine spezielle Instruktion dazu aufgefordert worden, ein Verlangen nach den präsentierten Nahrungsmitteln selbst zu produzieren. Als Kontrollbedingung wurde in der zweiten Studie die Konfrontation mit neutralen Stimuli aufgenommen. In der ersten Studie zeigte sich eine nahrungspezifisch höhere physiologische Reaktivität der bulimischen Gruppe im systolischen Blutdruck und in der Hautleitfähigkeit. In der zweiten Studie zeichnete sich eine höhere psychologische Reaktivität für die bulimische Gruppe lediglich in der während der Untersuchung berichteten Anspannung ab. Darüber hinaus zeigt sich keine erhöhte nahrungsspezifische physiologische als auch keine psychologische Reaktivität der bulimi-schen Gruppe. Lediglich für den Speichelfluss und die Herzratenvariabilität (low und high frequency Anteil) ließ sich eine nahrungsspezifische Reaktivität unabhängig von den Gruppen abbilden.
Insgesamt gelang es auch durch die vorliegenden beiden Experimente nicht, ausreichende Nachweise für die Gültigkeit des Conditional Model of Binge Eating zu erbringen.

Binge-eating is arguably the most prominent feature of Bulimic eating disorder. Several factors work towards the development of Bulimia Nervosa and the binge-eating associated with it. The Conditional Model of Binge Eating (Jansen, 1998) attempts to take into account these factors and their influence as well as describe the reasons for binge-eating. According to this model, even as bulimic people undergo the cephalic stimulation with food typically associated with binge-eating, their bodies react as if they get prepared to receive food. These anticipatory responses of the body (Cephalic Phase Response) alone are in a position to bring about a strong craving for food and trigger an episode of binge-eating. The findings in the research area of Conditional Model of Binge Eating are however rather inconsistent. In some studies, the hightened reactivity could be proven whereas other studies were not in a position to display the reactions of the participants. In the present study, the methodological difficulties of the past research were improved upon and the validity of the CBE model was examined. Accordingly, two studies were conducted where bulimic and healthy (with no eating disorder) subjects were examined. The subjects in the studies were confronted with food that they consumed in their individual episodes of binge-eating and the control with tasty food. As people with eating disorder are able to control their feelings of hunger, hunger control was manipulated in both studies. In the first study, this was achieved through the development of a solvable (Condition 1) and an insolvable (Condition 2) intelligence test respectively. In the second study, by way of a special instruction, the subjects were asked to produce by themselves a craving towards the presented food item. Here, the control condition was set as the confrontation with neutral stimuli. In the first study, a food-specific heightened physiological reactivity of the bulimic group in systolic blood pressure and in skin conductance was found. In the second study, only a food-specific heightened psychological reactivity was found for tension in the bulimic group. Only for salivation and heart-rate variability (low and high frequency part), a food-specific reactivity was found independent of the groups.
Overall, both studies presented could not either provide for sufficient evidence for the validity of the Conditional Model of Binge Eating.
Fachbereich / Einrichtung:Mathematisch- Naturwissenschaftliche Fakultät » WE Psychologie » Klinische Psychologie
Dokument erstellt am:21.07.2010
Dateien geändert am:20.07.2010
Promotionsantrag am:26.05.2010
Datum der Promotion:09.07.2010
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