Dokument: Adipokine in der Entwicklung der muskulären Insulin-Resistenz:
Charakterisierung mit Hilfe eines Co-Kultur Systems primärer humaner Fett- und Skelettmuskelzellen

Titel:Adipokine in der Entwicklung der muskulären Insulin-Resistenz:
Charakterisierung mit Hilfe eines Co-Kultur Systems primärer humaner Fett- und Skelettmuskelzellen
URL für Lesezeichen:http://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=3110
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20050524-001110-3
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor: Dietze-Schroeder, Daniela [Autor]
Dateien:
[Dateien anzeigen]Adobe PDF
[Details]6,36 MB in einer Datei
[ZIP-Datei erzeugen][PlugIn/Viewer Download]
Dateien vom 09.02.2007 / geändert 09.02.2007
Beitragende:Prof. Dr. Eckel, Jürgen [Gutachter]
Prof. Dr. Wunderlich, Frank [Gutachter]
Stichwörter:Insulinresistenz, Skelettmuskelzelle, Fettgewebe, I-kappa B Kinase, Crosstalk, Diabetes, Adipokine, Adiponektin
Dewey Dezimal-Klassifikation:500 Naturwissenschaften und Mathematik » 570 Biowissenschaften; Biologie
Beschreibung:Mit dem Paradigmenwechsel in der Fettzellbiologie stellt sich das Fettgewebe nunmehr als endokrines Organ mit tiefgreifender Bedeutung für die Insulinresistenz und die metabolische Homöostase dar. Die dynamische Rolle der Fettzelle betrifft autokrine, parakrine und endokrine Faktoren mit Bedeutung für Glucose- und Lipidstoffwechsel, vaskuläre Homöostase, Immunantwort und Reproduktion. Zahlreiche Adipokine haben proinflammatorische Wirkung und ihre gesteigerte Freisetzung führt zu den metabolischen und kardiovaskulären Komplikationen der Adipositas. In diesem Kontext ist die enge Verbindung zwischen Inflammation und Insulinresistenz besonders zu beachten. In dieser Arbeit wurde das Modell der Co-Kultur von in vitro differenzierten, primären humanen Fett- und Muskelzellen als neues System für Studien der Interaktion zwischen Fett- und Muskelzelle vorgestellt. Die vorgelegten Daten zeigen eine schnelle Störung der Insulinsignalweiterleitung im humanen Skelettmuskel. Diese Störung kann durch Troglitazon, einem Insulinsensitivierer verhindert werden und unterstreicht so die Vitalität und Insulin-Ansprechbarkeit der Muskelzellen in diesem System. Gleichzeitige Inkubation mit einem IKK Inhibitor in der Co-Kultur hilft ebenfalls, die Insulin-Resistenz im Skelettmuskel zu verhindern. Da die Fettzell-konditionierten Medien außerdem nur dann in der Lage sind, eine muskuläre Insulin-Resistenz zu induzieren, wenn sie gleichzeitig die P65 Untereinheit des NFκB aktivieren, scheint der IKK/NFκB Signalweg eine wichtige Funktion in der Induktion der muskulären Insulin-Resistenz einzunehmen. Möglicherweise bietet er einen Angriffspunkt für die Entwicklung neuer Therapieformen. Die Adipokine TNF-α, IL-6, Resistin und Angiotensin II können trotz Beeinflussung einzelner Komponenten der Insulinsignalweiterleitung im humanen Skelettmuskel in vitro als alleinige Induktoren der Insulin-Resistenz in vivo ausgeschlossen werden. Denkbar sind jedoch sekundäre Effekte dieser Adipokine, entweder durch synergistische Funktion oder durch Veränderung der Expressionsmuster von Fett- und Muskelgewebe. Darüber hinaus wird angenommen, dass ein komplexes Gemisch verschiedener Adipokine für die Induktion der Insulin-Resistenz im Skelettmuskel verantwortlich ist. Wenn die Fettzellüberstände in Gegenwart von Adiponektin, dem einzigen bekannten Adipokin dessen Expression negativ mit der Insulin-Resistenz verknüpft ist, konditioniert werden, verlieren sie im Gegensatz zu den unbehandelten Überständen ihre Kapazität die Insulinsignalweiterleitung im humanen Skelettmuskel zu stören. Da eine Induktion der Resistenz im Co-Kultur Modell ebenfalls durch Zugabe von Adiponectin verhindert werden kann, eine Zugabe von Adiponectin zu bereits konditionierten Fettzellüberständen jedoch keine Besserung der Insulin-Resistenz zur Folge hat, lässt darauf schließen, dass die durch Adiponektin veränderte Adipokinsekretion die Ursache der unveränderten Insulinsensitivität der Skelettmuskelzellen darstellt. Die Lokalisation der antidiabetischen Wirkung von Adiponektin eröffnet neue therapeutische Perspektiven zur Prävention der muskulären Insulinresistenz.
Fachbereich / Einrichtung:Mathematisch- Naturwissenschaftliche Fakultät » WE Biologie
Dokument erstellt am:24.05.2005
Dateien geändert am:12.02.2007
Promotionsantrag am:12.05.2005
Datum der Promotion:12.05.2005
english
Benutzer
Status: Gast
Aktionen