Semesterapparate: Hinweise zum Urheberrecht

Semesterapparate und Urheberrecht

An dieser Stelle wird keine Rechtsberatung zum Urheberrechtsgesetz gegeben. Die Universitäts- und Landesbibliothek möchte hier jedoch auf wichtige rechtliche Rahmenbedingungen hinweisen, die Sie als Dozent/Dozentin kennen sollten, wenn Sie einen Semesterapparat anbieten.

§ 52a: Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung

Unter den § 52a "Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung" des geltenden deutschen Urheberrechtes fällt auch die Bereitstellung von Texten in einem Online-Semesterapparat. Dort werden in Absatz 1 genannt:
  • "Kleine Teile eines Werkes", z. B. einige Seiten aus einem Buch.
    Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 28.11.2013 dürfen maximal 12 %, aber nicht mehr als 100 Seiten, eines Werkes digitalisiert werden, sofern nicht andere Vereinbarungen mit dem Rechteinhaber existieren oder das Werk nicht mehr urheberrechtlich geschützt ist.
  • "Einzelne Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften", z. B. einen Aufsatz aus einer Fachzeitschrift.
  • der Bestimmungszweck "zur Veranschaulichung im Unterricht an ... Hochschulen .. ausschließlich für den bestimmt abgegrenzten Kreis von Unterrichtsteilnehmern". Online-Semesterapparate sind daher grundsätzlich durch ein Passwort geschützt, so dass nur die Studierenden Ihrer Lehrveranstaltung Zugang zu den Texten haben.
  • Für die öffentliche Zugänglichmachung nach Absatz 1 ist eine angemessene Vergütung zu zahlen. Diese Vergütung zahlt die Universitätsbibliothek, für Sie als Dozent/Dozentin ist die Zugänglichmachung solcher Texte im Semesterapparat kostenfrei.
  • "Die Begrenzungen auf 'Teile eines Werkes' bzw. 'kleine Teile' dürfen nicht durch sukzessive Nutzung umgangen werden." Es ist also nicht erlaubt, z. B. zunächst die ersten 20 Seiten eines Buches, später dann weitere 20 Seiten usw. in einem Online-Semesterapparat zugänglich zu machen.
  • "'Zur Veranschaulichung im Unterricht' dürfen nur die Werkteile genutzt werden, die direkt in einer Unterrichtseinheit zur Verwendung kommen. Weiterführende Lektüre fällt nicht unter § 52a." Sie dürfen also gern auf weiterführende Literatur in einem Online-Semesterapparat verweisen, diese Literatur jedoch nicht im Volltext zugänglich machen.
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